Brüssel – St. Gilles

Wer mich kennt weiß: Ich steh auf Städte im Süden. Mit Brüssel konnte ich mich in der Vergangenheit einfach nicht so recht anfreunden. Und auch bei meiner letzten Reise im Februar wurde ich mit der Europa-Hauptstadt einfach nicht so recht warm.

Aber ein paar „Assets“ hat Brüssel: Neben der Internationalität und Vielsprachigkeit sind das in erster Linie das Bier und das Essen. Davon verstehen die Belgier nämlich was. Gewohnt hab ich in einem schnuckeligen Gästehaus im Stadtteil St. Gilles. Es hat nur drei Zimmer – eines davon ist eher eine Art Apartment mit rund 70 Quadratmetern Fläche samt einem riesigen Bad. Untergebracht ist Un Jardin en Ville in einem schmucken kleinen Jugendstil-Häuschen.

Das Viertel selbst ist up and coming. Wobei die Betonung eher auf coming liegt. Schon sehr gentrifiziert sind dagegen Ixelles und Chatelain. In St. Gilles und drum herum hab ich dennoch schöne kulinarische Dinge entdeckt.

So saßen wir bei milden 13 Grad abends vor dem Café La Biche. Das ist wohl recht neu und derart quirlig, dass man schon deutlich auf sich aufmerksam machen muss, um was zu bestellen. Die Karte umfasst gefühlte 30 Sorten Flaschenbier, die ich allesamt nicht kannte – zum Beispiel Baby Lone. Beinahe allen Getränken ist eines gemeinsam: Sie sind stark und haben bis zu neun Prozent Alkohol. Entsprechend schnell ist man betrunken – entsprechend schnell kommt man ins Gespräch. Zum Snacken gab es dreierlei Hummus, Brot und Käsewürfel. Letztere wurden einer Käsenation nicht ganz gerecht, waren als Snack aber ok.

Am nächsten Tag hatten wir Lunch in einer kleinen Pizzeria – DA Momo Rosticceria. Und auch wenn die Jungs, die den Laden führen, etwas verpeilt wirkten und sicherlich alles andere als italienisch waren, war das Essen spitze. Gleich nebenan befindet sich mit Kitchenette ein kleiner Backladen, wo es süße Leckereien als Dessert gibt.

Schräg gegenüber auf der selben Kreuzung befindet sich das Café la Pompe. Hier treffen sich vor allem abends viele junge Leute. Man kann dort auch frühstücken. Der Service war jetzt nicht gerade auf Zack. Ich hatte das Gefühl, dass die Restaurants in Brüssel prinzipiell oft ein wenig Personalmangel haben, daher sind die manchmal vielleicht auch einfach überfordert. Persönlich zu verunsichern scheint sie das nicht.

Ähnlich sah es in einem marokkanischen Restaurant aus: Bab Dar. Hier musste das Team ordentlich rennen, um alle zu bedienen. Das Essen war jedoch hervorragend. Hierzulande bekommt man überaus schwer marokkanische Tajine. In Belgien und Frankreich ist diese Spezialität aus dem Tongefäß sehr beliebt. Ich hatte eine Tajine mit butterweichem Lamm und Pflaumen. Mein Schatz entschied sich für Kefta – Fleischbällchen mit Koriander und einem Spiegelei. Beides war sehr gut, kostete aber pro Hauptgericht rund 20 Euro.

Das kulinarische Highlight hab ich am zweiten Abend in einem Restaurant im Zentrum erlebt. Das Lokal heißt Jour de Fete, ist ganz bunt gestaltet und diente ehemals dazu, die Location für Geburtstage zu vermieten. Heute kann man dort auch zu zweit reservieren, gefeiert wurde am Nebentisch dennoch. Das reduzierte also auch hier wieder das Tempo und die Aufmerksamkeit durch die Bedienung. Aber die Stimmung war lustig und es gab viel zu sehen.

Als Vorspeise lässt man sich an der Vitrine der offen gestalteten Küche ein Kombi aus Rohkost-Salaten wie Rote Beete, Chicoree oder Linsen zusammenstellen. Als Hauptgerichte wählt man zum Beispiel eine von zwei Fleischoptionen. Zudem steht jeden Tag ein Fisch-, Pasta, oder Veggie-Gericht auf der Karte. Wir hatten Spanferkel – zu flämisch Spaanvarkel – und waren sehr zufrieden.

Auch wenn Brüssel nicht meine liebste Stadt in Europa ist und es sicher nie werden wird: Essen und Trinken kann man hier sehr sehr gut! Der Service ist meist langsam, die Preise so hoch wie in Paris. Aber geschmeckt hat es überall sehr.

Florenz – Santo Spirito

Wer mich etwas kennt, weiß: Ich suche auch in anderen Städten immer nach Vierteln, die einen gewissen Local Spirit ausstrahlen. In Florenz muss ich zugeben, dass es mir schwer fiel. Zu kompakt und gleichzeitig zu touristisch erscheint mir das Zentrum der Toskana, um so etwas wie einen Kiez auszumachen. Dennoch ist dieser sprichwörtliche „Bauch“ Italiens natürlich gespickt mit tollen Restaurants und gutem Essen.

Ein paar Tipps hab ich von meiner Reise über das lange Wochenende vom 3. Oktober also durchaus mitgebracht. Tolles Frühstück haben wir in einem Concept Store namens Ménagère gegessen. Dieses Restaurant umfasst auch einen Blumenladen sowie ein Geschäft für Wohnaccessoires – ein echter Meeting-Point also, der Shopping und Essen gut miteinander vereint. Croissants gibt es hier ebenso wie aufwändigen Brunch. Auch abends ist das Restaurant beliebt – sicherlich kein Geheimtipp, aber mondän und elegant. Die Preise sind dennoch ok.

Nur wenige Meter weiter befindet sich mit Simbiosi eine Hipster-Pizzeria – ebenfalls supergeschmackvoll gestaltet – mit Betonwänden und Kirschblütenzweigen. Eine witzige Kombination. Obwohl wir nicht reserviert hatten, konnten wir zwei Plätze am Samstagabend ergattern. Lustige Nebenbeobachtung: Die Jungs von dem Laden nutzen die gleiche Vorlage für ihre Website wie ich für meinen Blog.

Zum Lunchen waren wir einmal auf der Via San Gallo. Dort gibt es ein paar nette Restaurants, unter anderem das Veggie Days, das – wie der Name schon sagt – ausschließlich Zutaten ohne Fleisch verwendet. Genauer gesagt waren die Gerichte eigentlich alle vegan. Wir hatten ein Risotto und ein Seitan-Gericht – war ganz ok, aber sicher keine Offenbarung. Dennoch strahlen Veggie-Läden ja immer was Junges, Modernes aus – und diese Atmosphäre mag ich einfach.

Ein paar Häuser weiter befindet sich mit Dorsoduro 3821 ein weiteres schönes Lokal/Café, das übrigens zu einem Hotel gehört. Wir haben hier nur einen Kaffee getrunken, es gibt aber auch kleine Gerichte und Aperitivo. Hätten wir mehr Zeit gehabt, wären wir sicherlich abends mal hergekommen. Nach Sonnenuntergang hat es uns eher auf die andere Seite vom Fluss Arno gezogen. Dort halbiert sich die Anzahl der Touristen immerhin, so dass zumindest ein bisschen mehr lokales Flair aufkommt.

Die Piazza Santo Spirito ist das Zentrum des gleichnamigen Viertels. Der Platz ist umgeben von schönen Restaurants. Wir hatten einmal Aperitivo mit Buffet im Tamerò und einmal Dinner mit Pasta im Gustapanino. Kann beides empfehlen – am Wochenende gibt es jedoch einen echten Run auf die Plätze – insbesondere gegen 20 Uhr. Eine für Foodies interessante Straße ist die nahegelegene Via Santo Spirito sowie ihre Verlängerung Borgo San Frediano. Wir haben unter anderem im Bistro 3 Tavoli gespeist. Der gegrillte Tintenfisch war super! Schick sahen auch das szenige Gesto sowie das japanische Momoyama aus.

Ebenfalls auf der südlichen Seite des Flusses befindet der Stadtteil San Niccoló. Hier ziehen tagsüber Scharen von Menschen den Berg hinauf, um von der höher gelegenen Chiesa di San Salvatore di Monte den Blick auf die Stadt zu genießen. Am Fuße des Aufstiegs befinden sich einige kleine Lokale. Wir haben uns am späten Nachmittag ein Glas Wein und eine Käseplatte im Bevo Vini gegönnt. Die kostete 25 Euro und wir haben nicht einmal die Hälfte geschafft, da sie wirklich riesig war! Vor allem der Büffelmozzarella ist nun mal alles andere als Lean Cuisine, aber geschmacklich wirklich zum Reinlegen.

Alles in allem haben wir essenstechnisch in Florenz lediglich an der Oberfläche gekratzt. Die Auswahl ist nämlich gigantisch. Im Gegensatz zu den süditalienischen Städten ist man hier auch sehr offen für alles, was über Pizza und Pasta hinausgeht. Selbst Sushi oder chinesische Dim Sum findet man hier vielerorts. Auch wenn ich die Stadt kulinarisch toll fand, ist sie mir prinzipiell einfach zu überlaufen muss ich zugeben. Es ist schwierig, den Massen zu entkommen und aufgrund sehr schmaler Gehwege kann man auch nur schwer zu zweit entspannt durch Florenz spazieren.

Santo Spirito hat mir mit Abstand am besten gefallen. Wenn Ihr die Möglichkeit habt, sucht Euch hier ein Hotel oder eine Airbnb-Wohnung. Dann habt Ihr nicht ganz so viel Trubel, es ist gleichzeitig dennoch nicht weit von den Haupt-Attraktionen.

Prag – Vinorahdy

Es gibt diese Orte, die man nie besucht, weil man ständig glaubt, das sei so nah, dass man eh jederzeit hinfahren kann. So ein Ort ist für mich Prag. Das lange Wochenende über Maria Himmelfahrt habe ich nun endlich dazu genutzt, die Stadt mal zu besuchen.

Eher zufällig landeten wir in einer Airbnb-Wohnung in Vinorahdy, das nur rund zehn Gehminuten vom Wenzelsplatz entfernt ist, aber dennoch weit genug abseits liegt, um den Spirit eines authentischen Viertels auszustrahlen hat. Es gehört sicherlich zu den begehrtesten Quartieren der Moldaustadt. Kaum irgendwo reihen sich schmucke Gründerzeit-Altbauten in einer derartigen Masse aneinander.

Jetzt ist es aber keineswegs so, dass es einen kulinarischen Hotspot neben dem anderen gibt. Die “guten” Sachen sind schon ganz schön verstreut. Mit einem Blick auf Google Maps wird man aber schnell fündig. Zum Kaffee eignet sich zum Beispiel das La Bohème Café – ein schönes Lokal mit superhohen Decken und auch zahlreichen Tee-Sorten zum Kuchen. Nur wenige Schritte daneben befindet sich das Café Ideal – das eignet sich mehr für einen Drink am Abend. Tollen Kaffee kriegt man im Dos Mundos. Dort wählt man zwischen Sorten aus Äthiopien, Kenia, Burundi oder Guatemala aus. Wie in so vielen Cafés in Prag gibt es aber auch hier nur eine sehr kleine Auswahl an Cupcakes bzw. Kuchen. Auch eine richtige Frühstückskultur sucht man fast vergebens.

Tolle lokale Küche findet Ihr im U Bohouse. Dort konnten wir Schnitzel und Burger probieren – beides war sehr lecker und mit rund 6 Euro pro Gericht pragmäßig günstig. Braten, Rouladen und Gulasch gab es zudem im Vinorahdsky Parlament. Das sieht drinnen ein bisschen nach Bahnhofshalle aus, das Essen war aber fein. Auch das Dessert hat sehr gemundet: Mohnkuchen mit Pflaumen-Eis. Nur der Kellner wurde ein bisschen patzig, als es ans Zahlen ging. Der sagte uns nämlich gleich mal ganz direkt, wie viel Trinkgeld er für angemessen hält. Geht gar nicht!

Weniger gut fand ich prinzipiel das Monolok Café. Dort gab es zum Croissant ein Schälchen Butter, das eindeutig noch von anderen Gästen stammte, da lauter Brotkrümel drin waren. Zudem war der Service sehr langsam. Die Location ist aber toll. Das ganz in Weiß gehaltene Café verfügt vorne raus nur über einen einzigen Tisch – nach hinten raus aber über einen kleinen Hof. Überhaupt sitzt man in Prag selten draußen vor dem Lokal. Der Außenbereich befindet sich in aller Regel im Hinterhof.

Eine nette Ecke schließt sich südlich von Vinorahdy an. Guter Punkt zum Starten ist das Czech Inn, ein Hostel mit einer tollen Lobby samt chilligem Café. Fast daneben befindet sich mit dem Plevel ein veganes Restaurant, wo wir Veggie-Burger, Zucchini-Nudeln und ein Sandwich mit Portobello Mushroom probieren konnten.  Gegenüber gibt es ein asiatisches Restaurant, das aber soweit ich sehen konnte, nicht mal über einen Namen verfügte. In der Francouzska Starße befindet sich zudem das Café Slagr. Das war ehrlich gesagt das einzige Lokal, das ich gesehen hab, in dem es so etwas wie Brunch gibt.

Fazit: Mit Frühstück ist es prinzipiell schwer in Prag. Auch Bäcker-Filialen konnte ich kaum sehen. Insgesamt ist die Stadt und dieses Viertel im Speziellen aber spannend – und natürlich überaus günstig. Man muss definitiv ein bisschen online recherchieren, weil sich die guten Spots nicht immer sofort erkennen lassen. Der Grat zwischen nettem Restaurant und Spelunke war manchmal sehr sehr schmal. Daher wie gesagt: Vorher die Locations im Netz abchecken oder einfach meinen Tipps hier folgen:-)

Dos Mundos:

Czech Inn:

Rom – Pigneto

Barcelona, Lissabon, Athen – im Sommer sind Flüge in diese Städte irrsinnig teuer. Anders Rom. Im Juli und August sind die Tarife überraschend günstig. Anscheinend schrecken viele vor ein paar Tagen in der italienischen Hauptstadt zu hochsommerlichen Temperaturen zurück. Ich persönlich finde 31 Grad in Rom angenehmer als 25 Grad an einem gewittrigen Tag in München.

Noch dazu hab ich auf der letzten Reise ein tolles neues Viertel entdeckt, das im Sommer richtig rockt. Ich hab an dieser Stelle ja bereits über die Studentengegend San Lorenzo geschrieben. Noch ein bisschen weiter stadtauswärts gibt es ein weiteres tolles Quartier: Pigneto. Das ist quasi das erwachsen gewordene San Lorenzo. Die Leute sind überwiegend Mitte Dreißig – somit passe ich hier gut rein!:-)

Rund um die Via del Pigneto ist in den vergangenen Jahren eine Art Fußgängerzone entstanden. Dort findet morgens jeden Tag ein Markt statt, so dass man frische Waren vom Bauern kaufen kann. Abends verwandelt sich die Straße in eine Aperitivo-Meile. Man bestellt also zum Beispiel einen Drink für 3-4 Euro und erhält zu einem symbolischen Preis von weiteren 5-6 Euro eine Platte mit Snacks. Das ist die perfekte Art, ganz gelassen seinen ersten Gang einzunehmen.

Für “Primi” und “Secondi” gibt es eine ganze Reihe von Lokalen, wo man weiterschlemmen kann. Bekannt ist das Necci, das über einen fast schon tropischen Garten verfügt. Das Essen war gut, aber auch ein bisschen fancy und teuer, zudem war der Service nur so la la. Nicht zuletzt fand ich die Kundschaft etwas snobby. Und das passt eigentlich gar nicht zu dem eher alternativen Pigneto.

Netter fanden wir dagegen das Rosti, auch ein bei Locals bekanntes Restaurant mit großem Gartenbereich. Wir haben hier mittags für 11 Euro einen tollen Burger mit Fries und Salat gegessen. Den Kaffee danach gibt es für 80 Cent. Und auch eine große Flasche Wasser kostet nur rund 1,50 Euro. Ein buntes indisches Restaurant haben wir ebenfalls auf dem Weg dorthin entdeckt – aber das ist eher was für Herbst/Winter: es heißt Tandoori.

Neben dem Necci hat vor wenigen Wochen das Vado aufgemacht. Wir waren nicht drin, aber es sah recht stylisch aus und war deutlich leerer als das Kult-Lokal daneben. Ebenfalls in dieser Ecke befindet sich Premiata Panineria. Sie hat nur abends auf und ist eher etwas für einen Snack auf die Hand. Für einen Quick Lunch kann ich Euch Opulentia ans Herz legen. Dort gibt es leckere Focaccias mit unterschiedlichsten Dingen drauf – darunter Olivenpaste, Provolone, Schinken oder Salami.  Veganern bzw. Vegetariern empfehle ich das So What. Und last but not least muss man das Dalodi erwähnen. Hier gibt es vom Aperitivo über die sogenannte Pizza Bianca bis hin zu einer riesigen Auswahl Gelato alles, was das Herz begehrt. Und man sitzt entweder in einer Art Vorhof, einem Garten oder auf der Dachterrasse.

Brighton

Um London hab ich die letzten Jahre eher einen Bogen gemacht. Zu teuer erschienen mir Hotels, Ausgehen und auch die Restaurants. Der geringe Rückgang des Pfund nach dem Brexit-Voting ändert daran auch nur ein bisschen etwas. Toll finde ich dagegen Brighton, das wie eine Art Miniatur-London am Meer daher kommt. Von London-Gatwick ist man mit dem Zug in rund 30 Minuten dort. Billige Flüge ab München gibt es mit EasyJet zwei Mal pro Tag. Großer Vorteil: In Brighton kann man spitze essen und das Preisniveau liegt unter dem der Hauptstadt UND unter dem von München.

Gewohnt haben wir in einem tollen Airbnb-Zimmer – von hier aus sind es nur rund 15 Minuten zu Fuß in die coolsten Gegenden. Dennoch ist das Haus weit genug weg vom Trubel, so dass es tagsüber und auch nachts schön ruhig ist. Zudem gibt es auch in der nahen Umgebung einige schöne Cafés und Lokale. Zum Frühstücken eignet sich die Flour Pot Bakery, die ich am ehesten mit unserer Urban Bakery in der Urbanstraße vergleichen würde.

Kaffeetrinken kann man dagegen gut im Mojo Coffee House auf der Lewes Road. Dort gibt es auch eine Reihe von tollen Kuchen. Die Lewes Road ist überhaupt eine ganz nette Straße für gutes und erschwingliches Essen. Leckere Thai-Küche gibt es zum Beispiel im Orienthai, das nur wenige Tische hat und ein überaus herzliches Team. Nicht zuletzt finden sich auf der Lewes Road gleich mehrere indische Restaurants – zum Beispiel Bhindis.

Ein echter Hotspot für Foodies ist die Gegend rund um die Trafalgar Street. Toll für einen richtig gut gerösteten Kaffee ist das skandinavisch inspirierte Nordic Coffee Collective. Von der Trafalgar Street biegt man anschließend am besten in die Sydney Street ein und folgt ihr Richtung Süden bis zum Meer. Hier findet Ihr bei einem rund 15-minütigen Spaziergang gefühlt 30 Lokale vom Café über lateinamerikanische Restaurants bis hin zum Italiener oder Tapas-Spanier.

Am Strand angekommen, geht’s auf die Brighton Pier – eine Art Kirmes auf Stelzen. Hier befinden sich gleich mehrere Restaurants und Stände für Fish & Chips. Die sind auch um einiges besser als das, wo wir „an Land“ gelandet sind: Madeira Harvester. Davon würde ich eher abraten – ist wahnsinnig touristisch. Toll und fast schon kiezig ist die Gegend dahinter auf der Höhe der St. James’s Street. Hier gibt’s zum Beispiel den Thai Sawadee oder das türkische Meze-Lokal Anatolia.

Nicht zuletzt darf ein Besuch des recht auffälligen Royal Pavilions nicht fehlen. Erbaut wurde dieser vor rund 200 Jahren vom exzentrischen King George dem Vierten. Von außen präsentiert er sich indisch, innen chinesisch. Der König war ein echter Asien-Fan! Im ersten Stock gibt es ein Café, wo man die traditionellen englischen Scones (Teegebäck mit Butterteig) findet. Dazu gibt’s einen tollen Ausblick über den kunstvoll angelegten Park. Eine nette Aussicht AUF den Pavilion gibt es dagegen vom Pavilion Gardens Café. Dort bekommt man allerhand Sandwiches, Baguettes, Salate und andere kleine Snacks.

Lewes Road:

Innenstadt rund um Trafalgar Street:

St. James’s Street:

Porto

Lissabon gehört seit langem zu meinen liebsten Städten Europas. Das kulinarische Angebot fand ich allerdings öfters mal enttäuschend. Ganz anders präsentiert sich dagegen Porto. Überhaupt hat mich die Metropole positiv überrascht. Die Stadt ist viel voller, jünger und wirkt um einiges kreativer – gleichzeitig weniger melancholisch als die Hauptstadt.

Zu den Vorzügen Portos zählen vor allem die Lage an der Duoro-Mündung und die vielen Strände nur wenige Kilometer vor den Toren der Stadt. Dazu kommt die grüne Umgebung, die verschachtelte Anordnung und die tolle Architektur. Auch die Restaurants können sich sehen lassen.

Das Epizentrum der Hipster-Läden liegt im Stadtteil Vitória in der Oberstadt. Die studentische Klientel lässt hier günstige Styler-Cafés aus dem Boden schießen. Nett ist zum Beispiel Mao Travessa, wo es Tapas und Salate gibt. Burger gibt’s im Zé de Prego sowie im O Maria. Persönlich getestet hab ich Baixa Burger, wo es einen schönen Burger mit Fries schon für schlappe 4,90 Euro gibt. Das Bier kostet zudem nur 2 Euro.  Nebenan befindet sich das Candelabro, das wohl sehr beliebt bei Locals ist und sich toll für ein Glas Wein auf der Außenterrasse anbietet. Erwähnenswert auch die Bar Conceisao 35 für einen Drin mit einer gay-friendly Atmosphäre. Wahnsinnig cool fand ich eine Kneipe, die sich in einer Kapelle befindet: Capela Incomum. Und ebenfalls vom Vorbeigehen sah ich ein mocambiquanisches Restaurant, das sehr spannend wirkte: Tia Orlanda.

Meeresgetier darf in Porto natürlich nicht fehlen. Wer gern Austern mag, bekommt diese für 2 Euro das Stück bei Ostras & Coisas. Eine Querstraße weiter gibt es bei Casa San Antonio die portugiesische Version von Tapas. Und NOCH ein paar Schritte weiter existiert mit der Rua de Sa de Noronha eine Gasse, die voller Bars und Restaurants ist, die sich aber erst ab späterer Stunde zu füllen scheinen.

Gut gefrühstückt hab ich in einer anderen Gegend – nahe Bolhao – weil ich dort eine Wohnung hatte. Ans Herz legen kann ich Mundo do Café de Baixa. Nebenan befindet sich mit dem BOP eine hippe Bar – eher etwas für abends. In Porto kriegt man bedingt durch die Nähe zu Spanien vielerorts Tapas. So zum Beispiel bei La Andaluza. Die Preise sind ok, für Porto-Verhältnisse aber leicht erhöht, da sich die Location auf der Einkaufsmeile Rua da Santa Catarina befindet.

Von außen sehen konnte ich einige Restaurants rund um den Jardim de S. Lazaro. Einige Stichwörter: Tasquinho do Caco, Duas de Letra und Dona Gertrudes. Was ich beim nächsten Mal unbedingt probieren möchte: eine Churrasceria. Das sind bodenständige Locations, wo der Wirt Fleisch und Fisch auf den Außengrill wirft. In deren Umgebung riecht es immer herrlich nach Barbecue. Eine coole Location für diese – zugegebenermaßen recht einfachen – Restaurants scheint der Passeio das Fontainhas zu sein. Den Blick über den Duoro gibt es gratis dazu!

Zu guter Letzt muss man die Küste erwähnen. Zwischen der Duoro-Mündung an einem tollen Naturstrand bis runter nach Espinho gibt es kilometerlange Sandstrände – zu erreichen über einen toll ausgebauten Fahrrad-Weg (zu leihen unter anderem beim netten Vermieter Velurb). Entlang dessen gibt es dutzende Lokale von der einfachen Strandbude bis hin zum hochpreisigen Restaurant. Ich habe eine Pizza bei S. Martino in Valadares gegessen. Was den Lokalen hier fehlt, ist ein Feeling für schöne Außenbereiche. Stühle sind meist aus Plastik und mit Coca Cola-Logos geziert. Im schlimmsten Fall verschandelt eine Plastikplane den Blick auf die Küste. Bei dem erwähnten Restaurant konnte ich den Platz aber so wählen, dass ich einen tollen Ausblick Richtung Süden auf die Küste bis hin zu einer kleinen Kapelle auf einem Felsvorsprung bei Miramar blicken konnte. Wer guckt da noch auf Stühle?

Vitória:

Valadares:

Jardim de S. Lazaro:

Hoi An

Auf unserer Reise von Nord nach Süd hat uns das Städtchen Hoi An in Vietnam mit Abstand am meisten beeindruckt. Die Stadt ist geprägt durch koloniale Architektur in sanften Orange-Tönen. Abends erscheint alles in sanftem Licht durch die zahlreichen Lampions, die überall hängen. Natürlich ist Hoi An recht touristisch. Ein lässiges Flair hat sich die Stadt dennoch erhalten.

Das Beste: Hier fährt man mit dem Rad! Die meisten Hotels verleihen diese kostenfrei an ihre Gäste. So auch unser Hotel – das Hoi An Chic Boutique Resort. Es liegt auf halbem Weg zwischen Stadt und Strand. Man radelt jeweils etwa 20 Minuten. Zudem befindet es sich mitten in den Reisfeldern – eine perfekte Kulisse vor allem beim täglichen Frühstück. Das Hotel macht fast alles selber, sogar den Joghurt und die Backwaren.

Entlang der Cua Dai-Straße finden sich viele kleine, inhabergeführte Restaurants für abends. Die haben uns besser zugesagt als die großen Touristen-Läden in der Altstadt. Schlecht essen kann man aber eigentlich nicht, daher greift man selbst in den bekanntesten Straßen praktisch nie daneben. Die Touri-Läden verfügen oftmals über eine tolle Location in alten Kolonialvillen, daher macht die Kulisse den unpersönlichen Service meistens wett. Die kleineren Restaurants sind dagegen herzlich und nett – die Einrichtung/Lage ist dagegen simpel.

Auf der erwähnten Cua Dai kann ich Son Hoi An empfehlen. Hier haben wir Hot Pot, eine Art Fondue mit Ente gegessen. Sehr lecker! Klein uns persönlich ist dagegen das Orivy. Hier unbedingt die Pfannkuchen bestellen. Diese werden mit Shrimps oder Fleisch gefüllt, am Tisch wieder aufgeklappt, mit Kräutern gefüllt und in Reispapier gewickelt. Anschließend dippt man sie in eine süß-saure Soße. Sehr empfehlen kann ich auch das Restaurant des Muca Hotels, das direkt an einem Fluss liegt. Der Service war zwar nicht sehr aufmerksam, aber das Curry das beste, das ich in Asien seit Langem genießen durte.

Am Strand verbringt man den Tag am besten am sogenannten Hidden Beach. Er ist zwar kein Geheimnis, auch wenn der Name das vermuten lässt, aber am ruhigsten und wirklich chillig. Man bestellt einfach eine Kleinigkeit und bekommt dafür Liege/Schirm for free. Hier befinden sich mehrere günstige Restaurants. Die hiesige Spezialität: Cao Lau – ein lauwarmes Nudelgericht. Aufpassen bei Meeresfrüchten: Ganzer Fisch ist in der Regel empfehlenswert und günstig, mit Tintenfisch flog ich eher auf die Nase. Nicht weil er schlecht war, aber es war noch die Gräte sowie der ganze Darminhalt drin. Immer richtig liegt man mit Iced Coffee. Der schmeckt nach Kaffee UND Schokolade und eignet sich perfekt als eine Art Dessert.

Ihr müsst in Vietnam keine Angst vor Eiswürfeln und frischen Kräutern haben. Ich hab mir hier nicht einmal den Magen verdorben. Es gibt übrigens noch ein paar hippere Open-Air-Restaurants am Strand, aber die sind eher überlaufen und man muss oft richtig kämpfen, um die Aufmerksamkeit des Teams zu erhaschen. So zum Beispiel im Soul Kitchen.

Malaga

Im Winter klappen viele Metropolen in Europas Süden ein wenig die Bürgersteige hoch. Wo im Sommer das Leben tobt, herrscht im Winter meist Melancholie und manchmal auch ein bisschen Tristesse. Für Athen gilt das zum Beispiel ebenso wie für Lissabon oder Neapel. Obwohl dort manchmal sonnige 21 Grad herrschen. Ganz anders sieht die Lage in Malaga aus. Hier scheint das ganze Jahr über Saison zu sein – die vielen Low Cost-Flieger leisten ebenfalls einen Beitrag.

Netter Nebeneffekt: Die Restaurants in Malaga sind im Januar/Februar just voll genug, um Lebensfreude auszustrahlen – reservieren muss man jedoch in der Regel nicht. Zumal wir als Deutsche ja meist gegen 20.30h gehen – da findet man wahrscheinlich selbst am Wochenende überall ein Plätzchen. Die Altstadt ist quasi voll von Lokalen. Wir haben uns für Tapas im Madeinterranea entscheiden. Die Beleuchtung ist ein wenig hell, das Ambiente nichts Besonderes. Die Tapas verfügen jedoch über einen modernen Twist und sind überaus günstig. Wir hatten rohen Thunfisch, gegrillten Tintenfisch und zwei, drei weitere Tapas – dazu eine Flasche Weißwein und Wasser für insgesamt rund 40 Euro. Sehr guter Preis!

Bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen gefragt ist das Pimpi, ein Kultrestaurant an einem wunderschönen Platz. Zudem sah das Raff überaus nett aus – wenngleich das Lokal bei TripAdvisor und Co. eher schlecht wegkommt. Weniger empfehlen möchte ich Senor Lobo in “Soho”. Dort gibt es zwar solide Burger und Sandwiches zu sehr sehr fairen Preisen. Die Kellner sind allerdings unfreundlich und langsam gewesen.

Ganz nett sind auf jeden Fall die sog. Chiringuitos. Die kennt der eine oder andere ja vielleicht aus Barcelona. Es handelt sich dabei um Lokale direkt am Strand. Wer denkt, dass die unbezahlbar sind, irrt. Auch im El Cachalote waren wir mit dem (frittierten) Fisch total happy und haben nicht viel bezahlt. Besonders gut war der Kaffee hier. Wenn Ihr mal weder Bock auf Tapas noch auf frittieren Fisch habt, bietet ein nettes indisches Restaurant Abwechslung. Taj Palace befindet sich im Stadtteil Malagueta und bietet Curry’s zu solidem Preis mit nettem Service.

Interessant ist auf jeden Fall auch Muelle Uno, ein Stadtplanungsprojekt rund um den Hafen von Malaga. Hier sind eine Menge Geschäfte und Restaurants entstanden. Die meisten wirkten entweder snobby oder touristisch. Toll ist jedoch eine Art riesige Lounge mit halb-offenem Sitzbereich. Diese Ecke des Hafens ist windgeschützt und nach Westen ausgerichtet. Man kann sich dort also auch an windigen Tagen gut aufhalten. Und der Wind sag ich Euch kann hier im Winter unglaublich heftig sein.

Schwer zu finden ist in dieser Stadt übrigens gutes Brot. Eine Ausnahme bildet Granier in der Calle Granada. Brot, Gepäck und belegte Baguettes kann ich hier nur empfehlen! Falls Ihr Euch einmal fürs Frühstück eindecken möchtet. Wenn Ihr Euer “Desayuno” lieber im Restaurant essen wollt, gibt es rund um die Plaza de la Merced eine große Auswahl.

Fazit: Ich habe mich zwar nicht in Malaga verliebt, dazu ist die Stadt einfach zu touristisch und der Service oftmals nicht allzu nett – mit Sevilla kann die Stadt meiner Meinung nach auch nicht mithalten. Aber für ein langes Wochenende lohnt ein Abstecher auf alle Fälle. Günstige Flüge gibt es ab München zum Beispiel mit Vueling. Air Berlin, Lufthansa und Norwegian sind meist deutlich teurer.

Warschau

Warschau gehört unter den europäischen Metropolen sicher weniger zu den touristischen Hotspots. Die wenigsten haben ein Konzept, wie es da überhaupt aussieht. Ging mir ehrlich gesagt genau so. Warschau ist überaus modern, sauber, sehr gut organisiert und überraschend ruhig für eine Stadt von diesem Ausmaß. Die Metropole wurde in den letzten zwei bis drei Jahrzehnten in weiten Teilen komplett neu gebaut. Zudem kamen die Warschauer mit viel Fleiß und Disziplin zu gewissem Wohlstand. Daher gibt es über das gesamte Stadtgebiet verteilt eine große Anzahl von Restaurants.

Klar kann man durch die liebevoll restaurierte Altstadt flanieren. Die Lokale dort sind sicher auch ok, besonders ausgefallen sind sie nicht. Ähnliches gilt für die Nowy Swiat Fußgängerzone. In den Seitenstraßen erinnert alles ein wenig an Berlin-Mitte, daher gibt’s hier und da sehr hochwertige Restaurants, die in Sachen Preis aber dem Vorbild in nichts nachstehen. Schön fanden wir das Lokal 14. Das serviert edle Küche zu angenehmen Preisen. Hip ist nebenan Aioli – dort stehen die Leute aber bis auf die Straße. Für den Hunger zwischendurch bietet sich Bobby Burger an. Filialen gibt’s in der ganzen Stadt, wie wir gesehen haben.

Am wohlsten gefühlt haben wir uns auf dem südlichen Abschnitt der Marszalkowska Straße, wo auch unsere Airbnb-Wohnung lag. In den Seitenstraßen finden sich die wirklich interessanten Restaurants zu angenehmen Preisen und mit netten Leuten. An der Kreuzung Wilcza und Poznanska gibt es zum Beispiel das Tel Aviv Café mit leckerem Falafel. Genau gegenüber liegt bezeichnenderweise das Beirut mit angeschlossener Bar. Zudem an dieser Kreuzung: die Tortilla Factory, die Filiale von Vegan Pizza sowie das stylische Nolita mit teurerer Mediterran-Küche.

Etwa rund um die Wspolna Straße findet Ihr ein wahres Sammelbecken von Sushi Bars, so zum Beispiel das Hotaru. Nicht weit von hier haben wir in einem süßen Café sehr gut und günstig gefrühstückt: Café Wspolna. Kann ich auch empfehlen. Die Karte gab es nur auf Polnisch. Der junge Kellner hat uns mit Händen und Füßen erklärt, was es gibt. Folgt man der Marszalkowska Straße nach Süden bis zu den nächsten zwei Kreisverkehren, findet man die wie wir fanden schönsten Restaurants und Cafés. Zudem hängen hier die Locals ab und die Gebäude sind hier mit Abstand am schönsten. Leckere Kuchen, aber auch Lunch und Frühstück findet man im Delicatessy o.ä. – ich finde es auf der Karte leider nicht mehr. Weitere schöne Cafés scheinen Pini, Ministertswo Kawe und vor allem Byc Moze zu sein.

Ein bisschen enttäuscht war ich von unserem Ausflug auf die andere Weichselseite – Praga. Die Gegend wird als “next big thing” gehypt – ist aber schon noch recht weit von Gentrification entfernt. Leider hängen hier recht gruselige Gestalten vor einer Metadon-Station ab…In der Zabkowska Straße entstehen derzeit dennoch einige coole Locations. Wir haben einen Snack im W Oparach Absurdu eingenommen. Dort war man supernett, freute sich, dass mal Ausländer vorbeikommen und die Preise sind nur halb so hoch wie auf der Warschauer Seite.

Fazit: Wenn Ihr Attraktionen wie Kulturpalast, Altstadt und Museen wie das zum Warschauer Aufstand gesehen habt, konzentriert Euch zumindest kulinarisch auf die Gegend zwischen der U-Bahn Centrum sowie dem Plac Unii Lubelskiej. Orientiert Euch dabei an der Marszalkowska Straße Richtung Süden. Ihr findet auf dieser Achse sowie in den Nebenstraßen jeweils die besten Restaurants und Cafés. In dieser Gegend sollte nach Möglichkeit auch Eure Unterkunft liegen!

Berlin – Friedrichshain

Mein ‘hood in Berlin war lange Zeit Prenzlberg. Tatsächlich ist es dort aber ein wenig langweilig geworden und Party kann man da sowieso nicht machen. Wer gleichzeitig schön wohnen möchte und um sich rum tolle Locations zum Essen und Feiern sucht, ist in Friedrichshain am besten dran.

Wir haben dieses Jahr dort mal Silvester gefeiert und das war einfach nur toll. Diniert haben wir im Schneeweiß, einem schicken Restaurant mit moderner alpinen Küche. Das Menü mit 7 Gängen kostete hier 85 Euro, die gut investiert waren. Anschließend sind wir früh ins Bett, um am nächsten Tag gegen 11h ins Berghain zu gehen. Kein Witz – vormittags! Wo sonst ginge das?

Gefrühstückt haben wir zuvor im Homemade….Brunchen kann man auch toll im Milch &  Zucker. Typisch für Berlin: Hier gibt’s für jede Vorliebe und Unverträglichkeit das Richtige, denn Laktose-Intoleranz gehört in der Hauptstadt ja fast zum guten Ton!:-) Noch eine weitere Frühstückslocation wäre das Milja und Schäfa.

Abends waren wir einmal im Lemongrass – einem Vietnamesen. Kann ich nicht empfehlen muss ich sagen, denn die Frühlingsrollen kommen aus der Tiefkühltruhe und das Curry war total wässrig. Super waren dagegen zwei russische Restaurants. Da wäre zum einen das Datscha, das aber recht laut sein kann, zum anderen das Matreshka, das überaus günstig ist. Dafür sind die Preise hier aber auf Berlin-Niveau – also deutlich unter dem Level von München.

Zum Feiern waren wir nebst Berghain – das für viele sicher zu schmuddelig ist – in der Bar Süß war Gestern. Paar Schritte weiter sind wir ins Kptn A. Müller, wo wir uns mit Mitte 30 aber sehr alt fühlten. Abgestürzt sind wir im Anschluss auf dem RAW -Gelände im Crack Bellmer, einer Art Club, wo coole Elektro-Musik zum Hopsen läuft und die Leute alle total nett und offen waren.

Jeder Berliner wird jetzt sagen: Alter, was für ein Touri-Club! Mir egal, denn wir haben uns da total wohl gefühlt. Und stimmt: Da waren nicht wirklich viele Locals, sondern mehr Touristen. Wie gesagt: War trotzdem toll und praktisch drei Minuten von der Airbnb-Wohnung entfernt. Wo hat man so was schon? In München sicher nicht…

Lissabon – Cais do Sodré

Zum Thema Essengehen in Lissabon hab ich ja bereits über das etwas außerhalb gelegene Viertel Alcántara geschrieben. Natürlich gibt’s aber auch im Herzen der Stadt allerhand zu entdecken. Im Gegensatz zu anderen Metropolen, über die ich hier so schreibe, scheint es in Lissabon jedoch kaum so etwas wie ein Epizentrum für Foodies wie mich zu geben.

Vielmehr ist es so, dass es in jeder Ecke der Stadt gute und schlechte Plätze gibt. Umso mehr freue ich mich, dass ich Euch an dieser Stelle ein paar konkrete Tipps geben kann. Die Rua Barroca in Bairro Alto ist die wohl beliebteste Partymeile. Da sich Bar an Bar reiht, hängen die Leute hier im Sommer wie im Winter gern mit einem Glas Caipi auf der Straße ab. Zwischendurch gibt es ganz furchtbare Touri-Restaurants, mit Blend, Sul und Aurora aber auch ein paar stylische Locations. Vorsicht: Die machen nämlich erst am Abend auf.

Weiter unten, rund um Cais do Sodré gibt’s auch paar schöne Sachen. An einem eher ruhigen Platz namens Praca Sao Paulo gibt’s zum Beispiel ein Restaurant namens Taberna Tosca, das einen guten Eindruck vermittelt. Ebenso die modern gehaltene Pizzeria neben an: La Puttana. Tapas und Wein findet Ihr zum Beispiel im Lagar do Cais. Für den Drink danach empfehle ich die Vintagebar Pensao Amor oder Bom Mau o Vilao nebenan. Etwa zehn Minuten weiter gibt’s an der Rua da Alfándaga ein paar schöne Locations – darunter das Brunch Café, die Hamburgeruia, die Bucatini Osteria. Ich habe in dieser Straße bei Vinho Sem Principio gegessen. Da wurde ich überaus nett behandelt. Ebenso in der Nähe das südamerikanische Restaurant Trigo Latino, sowie die Restaurant-/Barkombi Taberna Moderna. Ein bis zwei Straßen weiter oben am Hang gibt es zudem ein paar schöne Cafés an der Kirche Sé de Lisboa – zum Beispiel Pois Café, das aber leider immer überfüllt war, wenn ich dort war, sowie Ao Pe da Se, wo man herrlich draußen auf einer Terrasse sitzen kann. Tapas in der Atmosphäre eine Retro-Bar findet Ihr im Caso Sério.

Sehr regional präsentiert sich das Restaurant Maria Catita, das Hammer-Fischgerichte auf den Tisch zaubert. Der Service könnte netter sein und man muss recht lang aufs Essen warten, die Qualität ist aber spitze! Praktisch gegenüber befindet sich Tábuas Porto eine süße Weinbar, in der man an alten Weinfässern steht, edle Tropfen probiert und dazu Käse und Wurst gereicht bekommt.  Für Souvenirshopping guckt am besten ein paar Häuser weiter bei Silva e Feijoo vorbei. Da gibt’s tolle Mitbringsel abseits vom üblichen Touristen-Kitsch.

Last but not least möchte ich Euch eine chillige Location für schönes Wetter empfehlen. Rund um den Kiosk Ribeira das Naus könnt Ihr bei milden Temperaturen am Ufer des Tejo sitzen und gepflegt den Sonnenuntergang über dem Flug bewundern.

Also wenn bei diesen vielen Tipps nichts dabei ist, dann weiß ich es auch nicht mehr!:-)

Cais do Sodre:

Rua Barroca:

Rua da Alfandaga:

Lissabon – Alcantara

Zu den Städten, die sich mir kulinarisch nicht gleich beim ersten Besuch erschlossen, gehört Lissabon. Neulich war ich zu einer Tagung in der Stadt und wurde zu meinem Bedauern eher am Rand der Metropole untergebracht. Das hat sich allerdings als Glücksgriff entpuppt! Das Viertel Alcantara liegt zwar nicht im Zentrum, ist aber per Taxi für rund 6 Euro dennoch gut angebunden. Zudem fährt eine Art S-Bahn in 5-6 Minuten nach Cais do Sodre. Weiterer Vorteil: der Bahnhof Alcantara Mar liegt auf dem Weg zu den Küstenorten wie Cascais und Estoril.

Was mir aber viel mehr gefällt: Alcantara hat großes Potenzial zu einem Ort der Kreativen zu werden. Unser Hotel – Vila Galé Opera – lag buchstäblich unter der „Golden Gate Bridge“ von Lissabon, die auf die andere Seite des Tejo führt. Autos und Züge rollen drüber, Flugzeuge aus Brasilien schweben im Tiefflug ein, Kreuzfahrt- und Frachtschiffe ziehen gemächlich vorbei. Ein echter Knotenpunkt also. Und unweit vom Hotel: Ein Hipster-Areal namens LX Factory. Hier befindet sich rund ein Dutzend Restaurants, die in alten Lager- und Fabrikhallen untergebracht sind. Zum Frühstücken empfehle ich Cafe na Fábrica und Wish Slow Coffee House. Bei Letzterem ist der Name Programm – jeder Kaffee wird hier in einer Art Prozedur kredenzt. Bei einer Sorte muss die Maschine sogar nach jeder Verwendung komplett gereinigt werden. Lässiger ist da der erste Tipp. Das Café verfügt über eine Art alternativen Biergarten mit Holzbänken. Neben diesen Cafés gibt es eine Auswahl von Restaurants, darunter die Burger Factory, die Sushi Factory und die Cantina LX.

Ihr könnt auf dem Areal der LX Factory nicht nur essen, sondern auch shoppen, denn es gibt hier eine Reihe an kreativen Läden für Mode, Bücher und Accessoires. Ein interessanter Hotspot ist das hier, der aber nicht nur junge Leute anzieht, sondern insbesondere abends wohl auch die Upper Class. Und genau das ist das Problem. Denn auch wenn sich diese „Kultfabrik“ als Subkultur promotet, zieht sie ebenfalls Herrschaften in Smoking und Abendrobe an. Diese kurven mit dicken Mercedes und BMW über die engen Kopfsteinpflaster-Gassen – das steht in gewissem Gegensatz zu dem Flair, das man eigentlich verkörpern möchte.

Insgesamt ist das hier dennoch ein spannender Ort. Unter anderem gibt es hier zum Beispiel einen großen Coworking-Space. Dort kann man für rund 12 Euro am Tag einfach seinen Laptop aufstellen und mit Freelancern und „Digtal Nomads“ arbeiten. Einen Tag lässt sich dieses Konzept laut Owner sogar kostenfrei testen – das werde ich sicher auch mal tun!

Nicht zuletzt verfügt das Areal der LX Factory über das sogenannte „Village Underground“. Dabei handelt es sich um eine Ansammlung von ausrangierten Doppeldecker-Bussen und Schiffscontainern, die tetris-artig angeordnet sind und mit Treppchen verbunden werden. Besonders im Sommer hängen junge Leute hier mit einem Bierchen in der Hand auf den Stufen ab. Leider suchen in Zeiten der Krise viele Portugiesen nach besseren Perspektiven im Ausland, daher erscheint mir Lissabon oft erschreckend überaltert. HIER haben junge Leute aber auf alle Fälle einen Platz, der ihnen sehr gefallen sollte.

Mallorca – Santanyí

Gegenüber Mallorca sind viele Menschen ja generell skeptisch. Kein Wunder – immerhin sind ganze Teile der Baleareninsel auch in deutscher Hand. Nicht anders ist das in dem kleinen Ort Santanyí im Südwesten von Mallorca. Ich wäre hier wahrscheinlich nie hergekommen, würden Bekannte von uns hier nicht ein süßes kleines Bed & Breakfast betreiben.

In den Ort hinein läuft man von dort aus nur etwa 20 Minuten. Und schon beim ersten Besuch war ich komplett positiv überrascht. Auch wenn hier an jeder Ecke fast ausschließlich Deutsch gesprochen wird und das größte Restaurant an der zentral gelegenen Placa Major “Markwirtschaft” heißt, verkehrt in diesem Teil der Insel keineswegs das Ballermannpublikum.

Ich fand die Leute hier überaus angenehm – sowohl die Gäste als auch die Gastronomen. Santanyí ist ein wunderschöner, geschmackvoll restaurierter Ort mit einer Reihe von richtig guten Restaurants. Wir sind praktisch zufällig in die Sa Botiga hineingestolpert. Als ich ein paar Brocken Spanisch auspacken wollte, merkte ich schnell, dass das hier völlig unnötig ist, denn das Lokal ist in deutscher Hand. Ich war zunächst ein wenig enttäuscht. Gleichzeitig erschienen mir die Preise sehr hoch.

Spätestens beim Hauptgang war ich jedoch vollends überzeugt, dass sich jeder Cent hier lohnt. Ich hatte ein butterweiches Schweinefilet im Serrano-Mantel, mein Partner den Fang des Tages – ich glaub, es war Seeteufel. Nach der Hälfte tauschten wir. Die Gerichte waren nicht nur irrsinnig gut, sondern auch noch überaus reichlich. Auch der Wein und die Tapas zuvor mundeten exzellent.

Einen weiteren Tipp kann ich Euch geben, wenn Ihr vor dem Rückflug noch etwas Leckeres in Airportnähe speisen wollt. Das Kultrestaurant Sa Farinera befindet sich rund fünf Autominuten vom Terminal, liegt aber dennoch keineswegs in der Einflugschneiße. Das große Lokal grenzt an eine alte Mühle und hat einen riesigen Außenbereich. Mittelpunkt des Gartens ist ein gigantischer Grill von sicher 8×2 Metern Umfang. Hier kommen neben “üblichen” Grillspezialitäten auch so Sachen wie Straußensteak auf den Rost. Der kostet zwar mit Beilagen rund 17 Euro, das ist aber absolut gerechtfertigt.

www.sabotiga-santanyi.com Sa Botiga
www.safarinera.com  Sa Farinera

Mailand – Navigli

Als halber Italiener kann ich die Küche des Landes zum Glück ein bisschen kritisieren wenn ich mag. Ob Rom, Neapel oder Sardinien: Außer Pasta und Pizza ist das gastronomische Angebot oft mau – gegenüber internationalen Speisen ist das Land häufig skeptisch.

Anders sieht das in Mailand aus. Man merkt, dass in der Stadt viel gearbeitet und viel Geld verdient wird. Und das geben die Mailänder auch für gutes Essen aus. Einen Besuch wert ist Navigli. Das ist ein ehemaliges Arbeiterviertel, das recht hipp ist. Entlang der Kanäle Naviglio Grande und Naviglio Pavese sind die Straßen gesäumt von Restaurants und Bars. Noch schöner sind die Locations in den Seitenstraßen – zudem auf der Via Vigevano.

Einige Tipps an den Kanälen sowie rund herum wären: Orto, Cumino, Zio Pesce. Dort hab ich praktisch um die Ecke gewohnt. Frühstück hatte ich im Bond. Dort gab es abends auch tollen Aperitivo – eine Tradition, die sich aus Mailand kommend auf ganz Norditalien ausgebreitet hat. Zum Spritz für 9 Euro gibt es hier ein ganzes Buffet dazu. Oftmals wird das auch einfach Happy Hour genannt.

Auf der erwähnten Via Vigevano gibt es italienische Restaurants, aber auch Sushi-Läden und Steakhäuser – da kann ich zum Beispiel Joe Cipolla empfehlen. Mittags hab ich sehr nett im kleinen, bunten Vesù gespeist. Schön sah auch die Meat Ball Family aus. Gebruncht haben wir am Abreisetag in einem amerikanischen Diner – Sunny Side Up. Der Service war zwar nicht gerade herzlich, aber die Location ist recht cool. Manch einer wird sagen: Warum muss ich in Italien Sushi und Burger essen? Stimmt! Aber Mailand hebt sich eben durch seine Internationalität von den anderen Städten des Landes ab.

Schön ist es übrigens auch rund um die Porta Genovese. Weniger angetan war ich von Brera, das von vielen als Viertel der Einheimischen gilt. Ich fand es allerdings eher schick, recht totsaniert und alles andere als „local“.

Ansprechen muss man bei Mailand das Thema Preise: Die sind leider um einiges höher als zum Beispiel in Rom. Ich finde, dass ein Trip nach Milano dennoch lohnt. Ab München bietet EasyJet derzeit unglaublich billige Tarife. Wir sind für sage und schreibe 48 Euro hin- und zurückgeflogen. So kann man die Kosten fürs Fuddern auch spielend wieder ausgleichen!

Miami Beach

Miami Beach ist einfach der Hammer. Klar ist der Strand klasse und das Nachtleben wild, aber essen kann man hier auch prima. Weniger empfehlen kann ich die Restaurants am Ocean Drive – die sind natürlich überteuert und sehr voll. Nur ein paar Straßen weiter weg vom Strand verläuft die Washington Avenue. Hier sind die Locations nicht nur weniger voll, sondern auch noch günstiger. Zudem essen hier überwiegend die Einheimischen.

Ein heißer Tipp ist zum Beispiel das 11h Street Diner, das sich wie der Name schon sagt an der Kreuzung zur elften Straße befindet. Es ist nicht zu übersehen, da es im Stil eines 60er Jahre-Schuppens in Silberoptik erbaut wurde. Hier sitzt Ihr auf gemütlichen roten Lederbänken und schlemmt so amerikanische Klassiker wie Hash Browns, Bagels und weitere Leckereien. Auch abends kann man hier toll speisen. Da gibt’s zum Beispiel deftige Spare Ribs. Und wenn Ihr noch späten Hunger bekommt, ist das Diner ebenfalls die perfekte Wahl. Es hat nämlich durchgehend geöffnet.

Nur ein paar Häuser weiter dürft Ihr Planet Sushi nicht verpassen. Ist wahrscheinlich eine Kette – das Essen ist aber dennoch der Hammer. In München ist Sushi ja meist unerschwinglich. In Amerika sieht das ein bisschen anders aus. Hier gibt es zudem Varianten bis zum Umfallen. Yummy sind auch die Nutella-Rolls, die es hier als Nachspeise gibt.

Wenn es ein wenig individueller und kieziger sein soll, leg ich Euch das Cafe del Mar ans Herz. Das ist ein süßer kleiner Laden, der sich wahlweise für Frühstück oder einen Snack zwischendurch eignet. Lecker sind auch die frisch gepressten Säfte hier! Nicht zuletzt kann ich Euch für einen Imbiss oder einen leichten Lunch Delicious Café Deli ans Herzen legen. Italienische Küche ist in Amerika zwar nie so authentisch wie zum Beispiel hier in der nördlichsten Stadt Italiens, aber der Laden hat dennoch Charme und das Team ist supernett und auch zum Smalltalk aufgelegt!

Jüdisches Viertel in Budapest

Dieser Blogpost ist eigentlich eher so eine Art Gastbeitrag. Denn die Fotos haben mir Kumpels von ihrem Junggesellentrip nach Budapest mitgebracht. Im jüdischen Viertel rund um die Straße Dob Utca machen junge Leute nicht nur bei schweißtreibenden Temperaturen im Sommer die Nacht zum Tag.

Die morbide Altbau-Substanz der ungarischen Hauptstadt ist meiner Meinung nach ohnehin Kult. Umso eindrucksvoller ist sie nun, nachdem in den letzten Jahren zahlreiche alternative Bars und Cafés in die Hinterhöfe dieses Viertels eingezogen sind.

Bis in die Morgenstunden hinein könnt ihr Euch hier buchstäblich von Location zu Location treiben lassen. Dass ein Gin Tonic umgerechnet nur drei bis vier Euro kostet, macht die Sache gleich noch um einiges schöner. Und weil man bei soviel Party und Drinks natürlich Kohldampf bekommt, mangelt es hier auch nicht an leckeren Snacks wie Burgern, Grillspießen und Pasta. OK – um Haute Cuisine handelt es sich hier natürlich nicht, aber satt macht’s auf alle Fälle. Demnächst muss ich mir das mal selber alles genauer angucken – dann gibt’s an dieser Stelle konkretere Tipps!

Rabat und Casablanca

Nach meiner Silvesterreise in Marrakesch im vergangenen Jahr zog es mich im Spätsommer etwas länger nach Marokko. Wir übernachteten dabei jeweils zweimal in Rabat, der Hauptstadt,  sowie in Casablanca, der Business-Metropole, vielen bekannt aus dem gleichnamigen Spielfilm. Beide Städte sind überaus sehenswert und bieten dem Gaumen ebenfalls einiges.

In Rabat kann ich Euch für einen Tee mit leckeren Plätzchen und einem tollen Blick über die sogenannte Kasbah das Café Maure empfehlen. Hier kommt immer wieder ein Mann mit Keksen vorbei und man wählt einfach aus, was man möchte. Mittags haben wir syrisch im Yamal Asham gegessen. Das liegt in der Neustadt und ähnelt kulinarisch stark der libanesischen Küche. Es gibt also Tabouleh, Hummus und ähnliches als Vorspeise und überwiegend Fleischgerichte vom Lamm als Hauptgericht.

Wer gerne die traditionelle marokkanische Tajine, also Gerichte aus dem Tongefäß isst, dem rate ich zum Dinarjat in der Medina. Hier ist es zwar deutlich teurer, dafür serviert das Restaurant auch Wein und Bier, was in Rabat eher rar ist. Das Ambiente im Innenhof eines traditionellen Hauses ist allerdings fantastisch. Einen Pre Dinner-Drink könnt Ihr auf einem Schiff einnehmen – der Dhow. Als Unterkunft empfehle ich das Riad Senso. Unbedingt die Jasmin Suites auf dem Dach des Riads wählen.

Ebenfalls spannend fand ich Casablanca. Hier rät jeder zu den gleichen vier, fünf Restaurants. Auch wenn ich nicht wirklich unzufrieden war, fand ich die Locations allesamt eher touristisch. Dazu zählen Ricks’s Café, La Bavaroise – sehr teuer – und La Bodeguita – spanisch. Sucht lieber nach Leckerbissen rund um die sogenannten Twin Towers mit dem Hotel Kenzi. Die haben eine tolle und die wohl einzige richtig coole Hotelbar mit phänomenalem Blick über diese Stadt. Rund um das Hotel gibt es einige tolle Restaurants mit vielen jungen Leuten. Nur Alkohol werdet Ihr hier schwer bekommen. Burger gibt’s bei Bistrot Burger sowie bei Blend Gourmet Burger. Nebenan gibt es auch noch einen Hipster-Hot Dog-Laden. Schön sahen auch die Brasserie Nicola aus sowie Hippopotamus und The Grill.

Tagsüber kann man in Casablanca gut in den Beachclubs wie Tahiti oder Miami Beach abhängen. Das Essen hat Preise auf Münchner Niveau. Richtig reinhauen dürfte jedoch der Zutritt für schlappe 25 Euro, der Liegen und Schirme umfasst. Vielleicht reicht also nur ein Essen. Geht natürlich auch abends.

Falls es Euch also mal in eine der beiden Städte zieht, habt Ihr jetzt tolle Ansatzpunkte, wo es zu den Leckerbissen geht!

Tarifa

Ich wollte schon lange mal an den südlichsten Punkt Europas – Tarifa. Tatsächlich hab ich mich hier aber nicht so hundertprozentig wohlgefühlt. Vielleicht liegt es an dem Wissen, dass im engen Meereskanal zwischen Spanien und Marokko Menschen auf ihrer Flucht immer wieder ertrinken, vielleicht lag es auch an dem stetigen Wind, der hier praktisch Tag und Nacht durch die Straße von Gibraltar zischt und das Wetter oftmals innerhalb kurzer Zeit von blauem zu rabenschwarzem Himmel umschlagen lässt. Wir haben hier satte fünf Tage verbracht, was aber definitiv zu lange war.

Da wir zuvor in Sevilla und Cádiz waren, fanden wir das kulinarische Angebot nur mittelmäßig und vergleichsweise teuer. Die Touristen in dieser Ecke von Spanien treiben den Preis recht in die Höhe. In der Altstadt fanden wir das Essen beim Mexikaner Girasol ganz ok, ansonsten lohnt die Dachterrasse vom Silos 19 sowie ein Käffchen in der Bossa Bar oder Café de la Luz – zum Essen sind die allerdings nicht so zu empfehlen, da schlicht und ergreifend für den Preis nicht gut genug.

Besser essen kann man außerhalb der Altstadtmauer – zum Beispiel im Öko-Veggie Restaurant Ecocenter mit angeschlossenem Bioladen. Hier gibt’s leckere vegetarische oder sogar vegane Pizzen, tolle Salate und Nachspeisen. Das Ganze ist nicht ganz günstig – hier stimmen aber auf jeden Fall Ambiente, Qualität und Service.

Nebenan könnt Ihr davor einen Aperitif in der Weinbar Vino Divino zu Euch nehmen. Der Besitzer ist Italiener und erzählte uns von der multikulturellen Zusammensetzung der Bevölkerung. Tarifa ist nämlich ein echter Aussteigerort. Ansonsten gibt’s hier überwiegend Kite- und Windsurfer. Und die hängen entlang der Strände nördlich von Tarifa am liebsten in den Chiringuitos, den Strandbars ab. Da kann ich das Café del Mar oder Solsticio empfehlen.

Sevilla und Cádiz

Die wohl stolzeste Stadt Spaniens ist bekanntermaßen der Erfindungsort der Tapas. Da es die hier aber schon so lange gibt, sind die Klassiker wie Serrano-Schinken und Kartoffel-Kroketten den Einheimischen zu langweilig geworden. Touristen fallen rund um das Flussufer leicht auf die Klischee-Läden herein, wobei man sagen muss, dass die Preise auch hier voll ok sind. Dennoch solltet Ihr in Sevilla sehr genau vorab recherchieren. Dann könnt Ihr nämlich wahre Perlen entdecken.

Ganz hoch im Kurs scheint derzeit eine Mischung aus Spanisch, Japanisch und Peruanisch zu stehen. Richtig gehört: Da der Thunfisch aus dem nahen Atlantik hier so günstig ist, setzen viele Restaurants in Sevilla vor allem auf diese Küchen, da roher Fisch in allen drei Ländern eine hohe Bedeutung hat.

Zwei grandiose Entdeckungen waren das Restaurant Nazca sowie das kleine Lokal Sal Gorda. Hier bekommt ihre ungewöhnlich experimentelle Probierportionen. Thunfisch kommt in aller Regel in Form von Tataki oder Tartar auf den Tisch. Ersteres beschreibt kleine Scheibchen von rohem Fisch, der butterweich auf der Zunge zergeht. Die peruanische Küche ist in Form des jetzt überall so angesagten Ceviches vertreten. Dabei handelt es sich ebenfalls um rohen Fisch, der meist über Nacht in eine Marinade eingelegt wird und somit zum Teil gart.

Was mich am meisten beeindruckt hat, waren die Preise. Die Tapas waren teilweise fast so groß wie Hauptgerichte. Trotz schickem Ambiente waren sie aber praktisch alle unter vier Euro zu haben. Bei uns würden sie das Drei- oder sogar Vierfache kosten. Kein Witz! Ich habe meinen airbnb-Vermieter dazu befragt und er meinte, dass das Essen in dieser Stadt so eine große Tradition hat, dass abends praktisch alle immer im Restaurant speisen. Durch die Krise sind die Preise in den Keller gefallen, weil die Locals aus dieser vergleichsweise armen Region sonst einfach nicht mehr rausgehen würden. Zudem sei der Thunfisch aus dem Atlantik hier einfach in Massen verfügbar.

Noch günstiger war das Essen im nahen Cádiz, wo sich der Ozean praktisch vor der Haustür befindet. Hier müsst Ihr unbedingt die Touriläden an den großen Plätzen meiden und zum Beispiel in das kleine Restaurant an der Avenida de Ramón de Carranza gehen, dessen Namen ich leider nicht mehr weiß. Dort essen mittags nur schicke Business-Männer mit Schlips. Dennoch war das Essen hier hochwertig und geradezu schnäppchenartig billig. Tapas kosten dort jeweils 2,50 Euro und sie haben teilweise die Größe von Hauptgerichten. Unglaublich!

Ostuni

Es gibt so Orte, die stehen bei Reisenden aus dem jeweiligen Land total hoch im Kurs, hierzulande kennt man sie kaum. Der Fall ist dies zum Beispiel in Ostuni – in der italienischen Region Apulien rund eine Stunde von Bari. Solltet Ihr also jemals einen Abstecher zum „Absatz“ des Stiefels machen, stattet dieser Città Bianca – also weißen Stadt – unbedingt einen Besuch ab.

Frühstücken könnt Ihr am Hauptplatz – der Piazza della Libertà – im Frida Art Café (ehemals Casbah) – einer Art Hommage an Frida Kahlo. Das ist mit entsprechenden Kunststücken an den Wänden geschmückt. Das italienische Frühstück fällt eher bescheiden aus. Man bedient sich einfach am Tresen und nimmt sich ein oder zwei der „Cornetti.“ Das Schöne an diesem Café: Ihr könnt auf einer kleinen Terrasse, auf dem Dach oder auf dem Platz vor der Location essen und Euren Morgen-Kaffee schlürfen.

Am gleichen Platz gibt es natürlich ein paar recht touristische Restaurants. Für Pizza kommt man hier aber fast nicht vorbei. Empfehlen kann ich das KIMØ, zu dem auch eine Weinbar gehört. Hier ist der Service recht auf Zack. Vermeidet aber Pizza mit Pilzen, die wird wie vielerorts in Italien mit Dosenschwammerln zubereitet. Abraten muss ich vom danebenliegenden Ristorante Garibaldi. Hier ist der Service recht enttäuschend.

Ein echter Geheimtipp dagegen ist die Osteria Monacelle in einer Seitenstraße der Alstadt. Hier erhält man für rund zehn Euro tolle Antipasti, unter anderem Quiche, Büffelmozzarella und eine Art Speck in hauchdünnen Scheiben. Die anschließenden Orrechiette – also hiesigen Nudeln – waren etwas salzig, aber dennoch gut. Als Dessert gönnt Ihr Euch am besten ein Gelato. Die einzelnen Locations nehmen sich da nicht viel. Auch das erwähnte KIMØ verfügt über eine eigene Gelateria.