Bali – Ubud

Spätestens seit dem Film Eat, Pray, Love ist Bali kein Geheimtipp mehr. Zugegebenermaßen nervt es auch ein wenig, dass einen hier auch alle ständig auf den Streifen mit Julia Roberts ansprechen. Insbesondere Amerikaner lieben die Insel, seitdem sie den Film gesehen haben. Sie haben dem Städtchen Ubud ihren Stempel aufgedrückt. Dabei ist aber irgendwie etwas recht Spannendes herausgekommen. Eine Art Yoga-Hochburg mitten im Dschungel – nebenbei bemerkt mit einer Gastronomie, die ihresgleichen sucht. Im Gegensatz zu Thailand und Vietnam gibt es hier wirklich alles, was man sich vorstellen kann. Und das zu unfassbar günstigen Preisen.

Neben amerikanischen Köchen zog es in den vergangenen Jahren wohl insbesondere Food-Spezialisten aus Australien nach Bali. So kommt es, dass man hier nicht nur toll indonesisch, sondern auch international speisen kann. Nur eben zu völlig anderen Preisen. Am ersten Abend waren wir im Element, das wir derartig lieben lernten, dass wir während der Reise gleich drei Mal hier waren. Ob asiatisch, Steak oder Fisch – es war alles grandios – drei Gänge mit Wasser und Wein kosteten pro Person rund 17 Euro, aber zum absoluten Top-Niveau. Wer es noch günstiger mag, nimmt statt Wein einfach Bintang Bier.

Ein paar Häuschen weiter befindet sich mit dem Alchemy das Mekka aller Yogis. Dort gibt’s praktisch ausschließlich gesunde Bio-Speisen. Selbst die Kuchen scheinen einen hier fit zu machen – was aber wahrscheinlich ein reiner Placebo-Effekt ist. Entsprechend den Salaten, Smoothies und Körner-Brötchen hängen hier auch zu 100 Prozent Expats und Besucher aus westlichen Ländern herum. Man könnte sagen, die Leute leben hier in einer Art Bubble innerhalb Asiens, aber fasziniert hat es mich dennoch. Es ist ein bisschen, als hätte man den Lifestyle von San Francisco in den Urwald verpflanzt. Etwas einheimischer mutet da sicherlich das Warung Mendez an. Warungs sind traditionelle indonesische Grill-Restaurants. Meist gibt es hier eine Art Backhendl, Ente oder sogar Spare Ribs. Da Bali hinduistisch und nicht muslimisch wie der Rest des Landes ist, findet man hier oftmals auch eine Art Spanferkel oder auch Schweinewürste. Sehr deftig das Ganze! Dazu gibt es meist Reis und Gemüse. Als Vorspeise wird überaus viel frittiert, zum Beispiel Lauch oder Mais.

Alles in allem fand ich es sehr lecker und hab mich oft gewundert, warum man hierzulande so schwer indonesisches Essen findet. Diese drei erwähnten Locations befinden sich allesamt auf einer Anhöhe im westlichen Teil von Ubud, den ich als sehr angenehm empfand. Einen Drink kann man zum Beispiel in der Round Bar nehmen. Wir hingen in dieser Ecke der Stadt so gern rum, weil sich hier auch unser Hotel befand: Sri Ratih Cottages. Kann ich sehr empfehlen.

Aber keine Angst, in Ubud gibt es überall tolle Locations. Weitere Empfehlungen kann ich vor allem für den Ricefield-Walk geben. Der führt bei gemächlichem Tempo in rund ein bis zwei Stunden um die Reisefelder herum. Mittendrin befinden sich mit Sari Organic und Café Pomegranate zwei Locations mit fantastischem Blick über das sanfte Grün dieser schönen Gegend. Das dürft Ihr also auf keinen Fall verpassen.

Last but not least: Die Hauptstraße von Ubud ist natürlich auch gesäumt mit Restaurants und Cafés. Clear Café hat einen tollen Ausblick. Spare Ribs essen viele gerne bei Naughty Nuri, was ich persönlich aber zu touristisch empfand. Steht offensichtlich in jedem Travel Guide. Daher machen hier auch alle ständig Selfies. Da sind mir die schweigsamen Yogis im Alchemy dann doch irgendwie lieber gewesen.

Marrakesch – Medina und Guéliz

Als ich vor rund vier Jahren in Marrakesch war, hab ich die Stadt auf völlig falschem Fuß erwischt. Ein komischer Typ trat mir in der Medina in die Hacken, weil wir keine Citytour von ihm wollten. Meinem Kumpel spuckte er sogar ins Gesicht. Überhaupt hatte ich damals das Gefühl, dass bei Touristen und Locals Welten aufeinanderprallen, die oftmals zu ziemlich unangenehmen Begegnunge führen. Betteleien und aufdringliche Verkäufer waren da noch das Harmloseste. Entweder hab ich Marrakesch damals völlig untypisch erlebt oder die Stadt hat sich komplett gewandelt. Bei meinem Besuch an Neujahr war ich nämlich absolut begeistert. Die Leute erschienen mir überwiegend höflich – keiner wollte uns was aufschwatzen und die Preise der Händler wirkten überhaupt nicht überzogen.

Auch kulinarisch hab ich in der Altstadt, aber auch außerhalb davon, tolle Entdeckungen gemacht. Süß ist zum Beispiel das kleine Henna Café. Dort gibt es nicht nur kleine Snacks wie Salat und Hummus für Mittag, sondern für ein paar Euro noch Verzierungen für die Hand (für die Mädels natürlich). Abends waren wir im Le Foundouk zum Speisen, was sich orientalisch und edel präsentierte, im Vergleich aber hochpreisig und eher schwer zu finden war. Stylisch ist die Dachterrasse der Terrasse des Epices (nicht zu verwechseln mit Café des Epices, was aber auch ganz nett ist). Hier muss man abends unbedingt vorbestellen und hat die Wahl zwischen Couscous und Tajine, dem traditionellen Schmorgericht aus dem Tontopf. Nicht gerade ein Geheimtipp, aber lohnenswert ist ein abendlicher Besuch des Gauklermarktes Djemaa El Fna mit seinen Schlangenbeschwörern und Händlern. Nach Sonnenuntergang verwandelt sich der Platz in eine riesige Garküche mit günstigen Speisen und allerhand Ständen mit getrocknetem Obst, Nüssen und süßem Gebäck. Das Beste: die Preise sind sehr niedrig. Die Terrassenrestaurants um den Platz herum sind kulinarisch nicht der Brüller, bieten aber natürlich den besten Blick.

Wenn Ihr ein edles Ambiente erleben möchtet, dann stattet dem Boutiquehotel El Fenn einen Besuch ab. Es ist ohne Übertreibung eines der schönsten Hotels, die ich je gesehen hab. Die Übernachtungspreise sind sehr hoch. Aber für einen Kaffee oder einen Sundowner auf der großen Dachterrasse reicht das Budget sicherlich.

Mindestens so spannend wie die Locations in der Medina fand ich die Cafés und Restaurants in Guéliz – dieses Viertel grenzt an die Altstadt und ist kulturell der Gegenpol zur Medina. Hier halten sich die „modernen“, aber sicherlich auch reicheren Marokkaner auf. Einen tollen Blick auf die Stadt und das oftmals schneebedeckte Atlas-Gebirge habt Ihr von der Dachterrasse des Renaissance Hotels aus. Weder Essen noch Service sind hier sonderlich gut, aber Ausblick und Location sind unschlagbar. Hier also am besten einen Gin Tonic nehmen und dann fürs Dinner weiterziehen. Für das Abendessen ist die Djellabar einen Besuch wert, das sich ebenso modern wie orientalisch präsentiert. Die Wandbilder zieren Berühmtheiten wie Marylin Monroe in einer Art Pop-Art samt traditionellem Fez Hut. Die Preise sind auch hier höher als im Schnitt, aber nicht teurer als das Niveau in München. Zudem bekommt Ihr hier Wein und Bier, was nicht überall der Fall ist.

Solltet Ihr mal nach Marrakesch kommen, versucht ein Hotel bzw. Riad (traditionelles marokkanisches Haus) am westlichen Rand der Medina zu bekommen. Auf die Weise könnt Ihr die Altstadt gut erkunden und seid schnell beim El Fenn sowie auf dem Djemaa el Fna. Wenn Euch das Gewusel zu anstrengend wird, könnt Ihr aber innerhalb von nur zehn Minuten nach Guéliz flüchten und schwuppdiwupp habt Ihr wieder europäische Verhältnisse. Guéliz und die Medina: In jederlei Hinsicht eine tolle Kombi!

Singapur – Tiong Bahru

Asiatische Städte sind jetzt nicht unbedingt für ihre tolle Frühstückskultur bekannt. Tatsächlich futtern auch die Bewohner Singapurs morgens am liebsten schon Suppen oder gebratene Nudeln. Für mich ist das eher weniger etwas, daher freue ich mich, dass die Asiaten mittlerweile total auf Frühstück im europäischen Stil stehen.

Auch in Singapur hat sich jüngst ein Hipster-Viertel rausgebildet, in dem die Leute total auf französische Backwaren und würzigen Cappuccino stehen: Tiong Bahru. Der eine oder andere mag jetzt fragen, warum ich dann überhaupt nach Asien fahre, wenn ich nur nach Café Latte und Croissants suche, aber ich mag einfach die asiatische Auslegung von französischen Cafés.

Wir starteten im 40 Hands. Dort gibt es schönen Brunch mit Eggs Benedict – allerdings mit einem exotischen Twist. Neben einer scharfen Wurst gehört auch eine total scharfe Soße zum Mahl. Hat was, aber für europäische Mägen schon ganz schön würzig am frühen Morgen. Das Design des Cafés ist industriell, nach hinten raus gibt es einen kleinen Außenbereich mit zugegebenermaßen recht hohen Morgentemperaturen.

Ein Hipster-Pärchen mit Nerd-Brillen führte drei Tische weiter ein Food-Shooting durch. Daher brachte der Koch auch laufend neue Speisen heran, die die beiden womöglich für ein Hochglanzmagazin in Szene setzten. Wir schlenderten weiter durch das Viertel, das aus flachen, weißen Gebäuden besteht, die recht schmuck renoviert wurden und der Gegend etwas Dörfliches inmitten von Singapur verleihen. Bei unserem Spaziergang kamen wir an einer ganzen Reihe von süßen Cafés vorbei, die zeigen, wie heiß die Leute auf die europäische Breakfast-Kultur zu sein scheinen.

Toll ist zum Beispiel die Tiong Bahru Bakery mit einer schier immensen Auswahl an leckeren Backwaren und starkem Café. Törtchen gibt es dagegen im nahegelegenen Drips Café. Wenn Ihr in der Gegend seid, stattet also diesem Viertel einen Besuch zum Brunch ab und guckt zu, wie die emsigen Asiaten mit Hipster-Look und Laptop beim Cappuccino sitzen und arbeiten. People Watching at it best!

 

Paris – 11. Arrondissement

Paris mal wie die Locals: Im Osten der Seine-Stadt befindet sich das, was man wohl als die Wohnstube junger Pariser bezeichnen könnte. Im Gegensatz zu St. Germain, Montmartre und Quartier Latin hängen hier nicht die Touristen und Austauschstuden rum, sondern die Einheimischen. Und genau DESWEGEN ist auch die Gastro-Szene des 11. Arrondissements so spannend!

Ein guter Ausgangspunkt für einen gemütlichen Abend ist die Weinbar Monsieur Matthieu an der Rue de Chemin Vert. Selbst am Samstag gegen 21h kann man hier recht entspannt am Tresen stehen und sich für faire Beträge durch die Weinlandschaft Frankreichs probieren. Ein Gläschen Weißen vom Château Vignol gab es zum Beispiel bereits für 2,80 Euro. Dazu haben wir uns eine schöne Platte mit Käse und Aufschnitt schmecken lassen. Weil wir so Hunger hatten, haben wir zu zweit den Teller für Vier bestellt, der mit 17 Euro auch recht erschwinglich war.

Restaurants und Weinbars gibt es in den angrenzenden Straßen quasi wie Sand am Meer. Ein ähnliches Konzept wie Monsieur Matthieu fährt zum Beispiel La Buvette nur einige Ecken weiter. Da Frankreich kulturell bedingt starke Verbindungen zum Orient und zu Afrika hat, finden sich im 11. Arrondissement gleich mehrere libanesische Lokale – einladend sieht beispielsweise Mezze du Liban in der Rue de St. Maur aus. Äthiopisch in gemütlicher Atmosphäre gibt es dagegen etwa in der erwähnten Rue de Chemin Vert im Restaurant Ethiopia.

Wenn Ihr von der Kreuzung der beiden Straßen Chemin Vert/St. Maur Richtung Norden lauft, kommt Ihr an weiteren süßen Lokalen vorbei. Etwas weiter, und die Rue de St. Maur kreuzt die Rue Oberkampf. Hier mischt sich ziemlich viel Jungvolk unter die abendlichen Besucher – daher gibt es dort entsprechend viele Bars. Ich fand es spannender, der Straße noch weiter zu folgen und dann auf der Rue de Jean-Pierre Timbaud nach links abzubiegen. Dann trefft Ihr unter anderem direkt auf les p’tites indécises, ein buntes Lokal, das am Wochenende rappelvoll ist. Danach gelangt man auf einen kleinen Platz, der überwiegend in der Hand italienischer Restaurants zu sein scheint, darunter das Sassotondo. Nebenan befindet sich mit dem Astier ein schmuckes französisches Restaurant. Für deftiges Frühstück in der Gegend bietet sich das American Bistrot ein paar Straßen weiter an.

Wenn Ihr tagsüber durch diese Gegend lauft, startet Euren Spaziergang zum Beispiel an der Métro-Station Parmentier und lauft auf der Rue Oberkampf nach Osten. Auch tagsüber gibt es hier zahlreiche Läden, Cafés und Restaurants, die einen Blick wert sind. Von hier aus könnt Ihr eine Anhöhe hinauf bis zum Restaurant O’Paris laufen. Es befindet sich direkt an einem Aussichtspunkt, so dass Ihr vor einer Pause dort den Blick über die französische Hauptstadt genießen könnt. Das O’Paris ist ein Bio-Lokal mit überwiegend vegetarischen Gerichten. Der Kellner war ein bisschen schrullig und packte mich ständig kumpelhaft bei den Schultern, war aber ein recht lustiger Kerl. Nebenan habe ich im Nachgang noch das Le Vieux Belleville recherchiert (nach dem hiesigen Viertel Belleville benannt), das wohl eine Art Musikbar ist und unter anderem eine Art Hommage an Edith Piaf darstellt.

So, und wenn Ihr jetzt IMMER noch Zeit und Lust habt, weitere schöne Ecken des Pariser Ostens zu entdecken, dann spaziert von hier aus entweder zum Parc des Buttes-Chaumont oder Ihr lauft Richtung Canal St. Martin. Dort empfehle ich Euch insbesondere den unteren Teil in etwa auf der Höhe des Pont Dieu. Hier befinden sich die schönsten Cafés und Restaurants. Wirkt allerdings auch etwas szenig.

Ihr seht: Es gibt ein Paris abseits vom Eiffelturm und Montmartre und es ist überaus entspannt. Auf tolle Locations muss man dennoch nicht verzichten. Ganz im Gegenteil. Im Osten der Stadt befinden sich die wahren Highlights wie ich finde!

Tipps zum nahegelegenen Le Marais findet Ihr hier: Le Marais

Und damit Ihr Euch im “Osten” – also im beschriebenen 11. Bezirk auskennt:

Le Marais in Paris

In der französischen Hauptstadt war ich über die Jahre schon recht oft gewesen. So richtig warm wurde ich mit Paris jedoch nie. Die ewig gleichen Cafés mit ihren Korbstühlen sowie den Heizstrahlern und Plastikplanen im Winter waren mir eher zuwider. Umso mehr freue ich mich, dass ich auf der letzten Reise eine besonders schöne Ecke in Le Marais entdeckt habe. Für den Pariser gibt es ja selbst innerhalb der Quartiers starke Abstufungen. Hier kann ich das absolut nachvollziehen. Denn richtig toll ist insbesondere der nördliche Teil des Viertels rund um die Rue de Bretagne.

Mit dem Marché des Enfants Rouges gibt es hier einen Markt, der täglich geöffnet hat. Auf dem gleichen Areal findet man mit dem L’Estaminet ein superschönes Frühstückscafé. Das besteht ganz simpel aus Baguette, Croissant, Apfelsaft, Kaffee und zwei bis drei Sorten Konfitüren. Nur wenige Häuser weiter findet Ihr schöne Feinkostläden, Patisserien mit Éclairs und Macarons, aber auch kleinere Restaurants mit italienischer oder griechischer Küche. Schön sahen beispielsweise die Brunch-Location Rose Bakery, die Bottega Pastavino sowie die Weinbar Bibovino aus.

Nur rund zehn Minuten weiter östlich schließt sich ein weiterer schöner Teil von Paris an – und zwar zum einen rund um den südlichen Canal St. Martin sowie die Ecke nahe der Rue Oberkampf. Dazu hab ich einen separaten Blogpost geschrieben: 11. Arrondissement

Alghero

Ich bin eigentlich kein großer Fan von Billig-Airlines wie Ryanair, aber ich muss sagen: Durch sie kommt man auf Reiseziele, die man sonst eher weniger auf dem Radar hat. Eines davon ist Alghero, eine kleine Stadt im Nordwesten der italienischen Insel Sardinien. Ich wollte im vergangenen Herbst über das lange Wochenende vom 3. Oktober noch ein bisschen Sonne tanken und die Flugzeiten dorthin waren ideal.

Der Plan ging auf und das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite. Wir buchten eine Wohung über airbnb – nur einen kurzen Spaziergang vom Zentrum und der Uferpromenade entfernt. Gefrühstückt haben wir praktisch direkt am Ufer bei einem kleinen Laden namens Il Chiosco unter freiem Himmel mit Blick auf das Meer (Lungomare Dante/Via Perpignan). Hier gibt es leckere Piadina oder Sandwiches sowie allerhand süßes Gepäck – in Italien unter dem Sammelbegriff Brioche bekannt.

Tagsüber haben wir uns am ersten Tag an den phänomenalen Stadtstrand von Alghero gelegt, der sich mit dem weißen Puderzuckersand und dem glaskaren türkisen Wasser fast schon karibisch präsentiert und auch im Oktober noch locker zum Baden einlädt. Am zweiten Tag haben wir uns einen Mietwagen geschnappt und sind an die Nordspitze der Insel ans Capo Falcone gefahren – grandiose Landschaft auf einer zerklüfteten Halbinsel, mitunter allerdings recht windig. Zudem werden hier bereits im Spätsommer schon die Restaurants geschlossen – im Juli/August ist es dafür wahrscheinlich hoffnungslos überlaufen. Wir haben dann in dem nahegelegenen Städtchen Stintino an einem kleinen Yachthafen geluncht: Restaurant Lu Fanali. Das Gute: Um die Jahreszeit ist Parken überall kostenlos. Im Sommer langen die hier ganz schön hin!

Abends haben wir uns durch das schmucke Zentrum von Alghero treiben lassen. Restaurants gibt es hier wie Sand am Meer. Etwas schicker war das Restaurant Al Refettorio, dessen Außenbereich sich in einem rund zehn Meter langen Tunnel (Adresse: Vicolo Adami) befindet. War fein dort, aber auch etwas hochpreisig muss ich gestehen. Neben Pizzerien und Trattorien findet Ihr in Alghero auch eine Reihe von Läden, die Paella anbieten. Richtig gehört – die Ecke um Alghero war nämlich mal katalanisch, deswegen gibt’s hier diverse spanische Einflüsse – neben der Küche merkt man das vor allem an den Straßennamen.

Am letzten Abend haben wir uns mit einer schönen großen Pizza Capricciosa begnügt. Leider kann ich Euch den Namen der Location nicht mehr sagen, aber Ihr findet die am schönsten gelegenen Restaurants auf der Uferstraße, die sich südlich vom Zentrum anschließt an der Lungomare Dante. Dort befinden sich auch ein paar Bars mit Außenbereich – besonders viel los war dort allerdings nicht. So ist das in Italien: Kaum sind die Massen im September weg, werden leider die Bürgersteige ein wenig hochgeklappt.

Dennoch kann ich Euch einen Kurztrip nach Sardinien in der Nebensaison wärmstens an Herz legen. Ryanair fliegt schon ab rund 100 Euro ab Memmingen hin und zurück. Ist doch vielleicht eine nette Idee für Christi Himmelfahrt oder Fronleichnam! Empfehlen kann ich Euch zudem die airbnb-Wohnung, die ich weiter oben im Text verlinkt habe. Sie gehört einer jungen Italienierin, die derzeit in Schwaben lebt und zufällig mit uns auf dem gleichen Flug war. Daher hatten wir das Glück, dass ihr Papa uns vom Airport gleich mit in die Stadt genommen hat.

 

Venice Beach – Los Angeles

Die Reise ist zwar schon wieder eine Weile her, aber ich wollt an dieser Stelle schon lang einmal ein bisschen von Venice Beach in L.A. berichten. Los Angeles ist bekanntermaßen riesig, umso schwieriger ist es, hier so ein richtig kieziges Viertel zu finden. Venice wird der Vorstellung am ehesten gerecht. Weiter nördlich in Santa Monica ist nämlich alles ein gutes Stück glatter und familienorientierter.

Venice kennt man ja eigentlich vor allem für seine Surfer und durchgeknallte Leute, die bekifft am Strand rumhängen. Tagsüber ist die Strandpromenade insbesondere an Wochenenden zudem voller Touristen. Ein paar Blocks vom Beach entfernt wird die Gegend schlagartig authentischer. Ein kleines Epizentrum hat sich entlang des Abbot Kinney Boulevards etabliert. Dreh- und Angelpunkt der dortigen Cappuccino-Elite ist die Intelligentsia Coffee Bar. Der Name sagt alles – hier trifft sich die neue Upper Class Amerikas, deren Wohlstand sich nicht mehr in Statussymbolen manifestiert.

Die Zugehörigkeit zum Bürgertum drückt sich heute anders aus: In der Wahl aus gefühlten 23 Soja-Varianten des Kaffees, der Freiheit mit dem Laptop im Café zu arbeiten und einem absoluten Understatement bei der täglichen Wahl der Klamotten. Die Location könnte auch in Kopenhagen oder Amsterdam sein, wo dieser Lebensstil ähnlich hoch gehalten wird. People Watching at its best!

Ganz angesagt für Frühstück und Lunch ist das 3 Square Café. Fürs Dinner bietet sich das etwas schickere, aber überaus hübsche Salt Air an. Der Name ist Programm – denn hier geht’s passend zum nahegelegenen Pazifik natürlich in erster Linie um Fisch. Näher am Strand haben wir auch ein paar schöne Fundstücke entdeckt. Chinesisch isst man zum Beispiel in Mao’s Kitchen an der Pacific Avenue. Vegan – nach wie vor der Number 1-Trend in Kalifornien – gibt’s dagegen im Seed Kitchen, einem Imbiss, in dem fast alle Gerichte mit Saitan zubereitet werden, einem Fleischimitat, das geschmacklich an Geschnetzeltes erinnert. Fantastische Muffins und leckeres Frühstück bekommt Ihr im Café Collage.

Nicht unbedingt ein Geheimtipp, aber einen Besuch wert ist die Dachterrasse des Erwin Hotels. Hier schlürft man in schicker Umgebung seinen Cocktail über den Häusern von Venice und hat zudem einen tollen Blick auf den Sonnenuntergang über dem Ozean. Locals trinken natürlich am liebsten Mimosa, einen fruchtigen Drink auf Champagner-Basis.

Oslo

Moderne Markthallen sind ja eigentlich wie Kirchen – kennste eine, kennste alle! Dennoch war ich von der “Mathallen” in der norwegischen Hauptstadt überaus positiv überrascht. Im Gegensatz zu unserer Schrannenhalle, die ja bestenfalls Touristen hinter dem Ofen hervorlockt, ist das Exemplar in Oslo offensichtlich auch bei Einheimischen überaus beliebt. Und: Die Preise sind gar nicht so hoch, wie man für Norwegen meinen könnte. Einen Cappuccino gibt es zum Beispiel für rund vier Euro – dieser Betrag schockt einen eingefleischten Münchner doch seit Jahren schon nicht mehr.

In der Mathallen von Oslo gibt’s aber natürlich weit mehr als Latte Macchiato und Muffins. Diese Halle ist ein Paradies für alle, die gern essen. Wer Kalorien und Budget mal lieber außer Acht lässt, kann sich hier so etwas von durchfuttern. Meeresfrüchte, tolle Käsesorten, Thaifood oder italienische Antipasti: Hier gibt es alles, was lecker ist. Und für den süßen Geschmack gibt’s zum Beispiel Cup Cakes oder Macarons in sämtlichen Regenbogenfarben und Geschmackssorten. Wer sich einen Überblick über das große Angebot machen möchte, geht am besten eine Etage höher und guckt sich das Sortiment von der Gallerie im ersten Stock aus an.

Wir schwenken rüber in einen ganz anderen Part der norwegischen Hauptstadt – nach Tjuvholmen. Die “Diebesinsel” – wie sie frei übersetzt heißt – ist ein exzellentes Beispiel für ein urbanes Entwicklungsprojekt. Aus einer schmuddeligen Insel haben die Planer hier innerhalb von wenigen Jahren ein Vorzeigeprodukt eines modernen städtischen Lifestyles gemacht. Leisten kann sich das aber sicher auch in Norwegen nur ein Bruchteil der Bevölkerung. Was mich beeindruckt hat: Neben gläsernen Wohnbauten mit tollen Terrassen samt Meerblick und Anlegestellen für Boote ist hier auch kulinarisch und kulturell viel geboten.

Auf die Weise verkommen die Häuser hier nicht zu seelenlosen Wohnsilos mit Pendlercharakter, sondern geben den Bewohnern auch 1.000 Gründe, um ihre Freizeit im eigenen Viertel zu verbringen. Ich hatte leider keine Gelegenheit, bei meinem kurzen Besuch Oslos die Restaurants zu testen, aber rein von der Erscheinung her wirkten die Locations toll. So richtig glänzen kann eine skandinavische Stadt natürlich nur bei sonnigem Wetter und langen Tagen, also kommt auf jeden Fall im Sommer her! Billig-Airlines wie Norwegian machen das schon zu humanen Preisen möglich. Und die teuren Hotelpreise umgeht Ihr am besten mit einem Bed & Breakfast-Zimmer bei airbnb oder Wimdu.

Hinkommen kann man übrigens auch gemächlich über Kiel mit der Color Line. Die hab ich auf meiner Tour ebenfalls kulinarisch getestet:

https://taste-of-sendling.de/colorline/

Links zur Markthalle und zu Tjuvholmen:

www.mathallenoslo.no

http://tjuvholmen.no

Color Line von Kiel nach Oslo und zurück

Uns Süddeutsche zieht es ja eher selten in den Norden. Hamburger dagegen bauen ganz gerne mal einen Schiffstrip Richtung Skandinavien übers lange Wochenende ein. Möglich macht das zum Beispiel die Reederei Color Line, die mit zwei ihrer Schiffen täglich die Strecke von Kiel nach Oslo bedient und dabei in den vergangenen Jahren eine Art Kombi aus Fährpassage und Mini-Cruise entwickelt hat.

Die Color Fantasy und die Color Magic brauchen für die Route in die norwegische Hauptstadt jeweils 20 Stunden. An einem Tag geht es hin und den Tag darauf zurück. Wem die vier Stunden vor Ort nicht genügen, der kann auch ein paar Hotelnächte in Oslo buchen.

Die Fahrt selbst gibt’s schon ab unter 100 Euro pro Strecke. Dabei kann man zwischen unterschiedlichen Kabinenkategorien mit 3- bis 5-Sterne-Standard wählen. Ich hatte eine 3-Sterne-Kabine mit großem Bullauge und hab die Fahrt wahnsinnig genossen, obwohl ich für eine Tagung, also zum Arbeiten, da war. Die Umgebung für eine Konferenz könnte nicht angenehmer sein. Immerhin hat man den ganzen Tag freie Sicht auf das Meer und morgens wacht man mit Blick auf die Schärenlandschaft auf, die bei der rund dreistündigen Einfahrt nach Oslo an einem vorbeizieht.

Nicht zuletzt kann man es sich auf den Schiffen richtig gut schmecken lassen: zum Beispiel beim legendären skandinavischen Abendbuffet. Ich ess ja eher selten Fisch, daher war ich von der Auswahl fast schon überfordert. Ich habe wirklich noch nie zuvor so viele Sorten Fisch, Muscheln und anderes Meeresgetier auf einem Buffet gesehen. Für Fans von Seafood ein absoluter Traum. Neben allerlei Leckereien aus dem Wasser gibt es eine Menge Auswahl an Wildfleisch, einem weiteren Aushängeschild skandinavischer Küche. Ich sag nur: gebeizter Elch! Wo findet man das schon?

Am zweiten Abend hatten wir das Glück, ein Dinner im à la Carte-Restaurant genießen zu können. Erst gab es leckere Flusskrebse, dann rosa gebratenes Kalb und dann noch eine superleckere Crème Brulée – einfach der Hammer. Infos zu den vielen unterschiedlichen Angeboten der Color Line findet Ihr hier:

www.colorline.de

Im Winter sind die Fahrten natürlich um einiges billiger – dafür ist die See mal zwischendurch rauher und die Tage sind eher kurz!

Raval in Barcelona

Ich habe hier ja bereits mal über das Viertel Barceloneta geschrieben, was sich in den vergangenen Jahren irrsinnig gemausert hat. Andere Gegenden von Barcelona hab ich dagegen bisher eher links liegengelassen. Welch ein Versäumnis! Mein neuer Favorit ist Raval. Früher galt das Viertel als Hochburg von Drogenkriminalität und Prostitution. Zugegeben: Posh ist die Gegend nach wie vor nicht, aber das ist der Entstehung von coolen Locations ja eher dienlich!

Das kulinarische Epizentrum, die Carrer de Pintor Fortuny, liegt grade mal zwei bis drei Blocks von der Touri-Meile Rambla entfernt und dennoch ist es hier um einiges ruhiger, authentischer und von Locals geprägt.

Richtig „in“ sind momentan vegetarische oder sogar vegane Restaurants. Zu nennen sind da L’Hortet, Biocenter und Veggie Garden. Ein wahrer Tempel für Vegetarier ist zudem Teresa Carles – das ist aber abends recht voll und wohl über die Grenzen des Viertels hinaus in Mode. Die anderen Locations sind noch gemütlicher und man kriegt selbst am Samstagabend ohne Reservierung einen Platz.

Nicht vegetarisch, aber gemütlich und nett ist das farbenfrohe Mamacafé. Wir haben hier für schlappe 15 Euro drei Gänge gegessen. Das ist für Barcelona echt günstig! Pasta als Vorspeise, Burger mit Nachos oder Tuna-Steak als Hauptgang und dann noch griechischen Joghurt (derzeit irgendwie angesagt) oder Schokokuchen als Dessert. Dazu noch eine Flasche Rioja für grade mal elf Euro. Ok, besonders spanisch war das Essen nicht, aber man muss ja nicht jeden Tag Tapas fuddern. Und die Gruppe von jungen Leuten, die den Laden führt, ist echt supernett!

Voll gehypt wird derzeit das mexikanische Restaurant Rosa de Raval um die Ecke von hier. Da sollte man also in der Tat vorher reservieren – zumindest am Wochenende. Daneben gibt’s ein quietschbuntes vietnamesisches Restaurant namens Bun Bo, das ich empfehlen kann, wenn einem der Sinn mal nach Asia-Küche steht.

Wer es ein bisschen edler mag, kann in der Carrer Doctor Dou – gleich neben dem Mamacafé – ins En Ville gehen. Das ist eher französisch angehaucht und ein wenig schicker. Hochpreisig, aber ein Erlebnis, ist der Besuch im Lo de Flor in der Carrer de las Carretes. Die Küche ist so eine Art Mix aus Spanisch, Französisch und Italienisch und die Karte war zunächst ein Buch mit sieben Siegeln für uns. Die charmante Wirtin setzte sich dann noch an den Tisch und zählte zig weitere Gerichte auf. Da half bei meinen rudimentären Spanischkenntnissen nur Lottospielen – aber es schmeckt eigentlich alles…Als Budget für zwei Personen müsst Ihr ungefähr 80 Euro einplanen…

Anders als an vielen anderen Orten in südeuropäischen Städten kann man in Raval übrigens auch gut frühstücken. Einfach mal die Carrer de Pintor Fortuny entlang schlendern und es findet sich sicher etwas! Zu jeder Tageszeit – für jeden Geschmack…Ein guter Tipp ist die Bar Lobo – die anders als der Name vermuten lässt, auch zum Brunchen taugt! Wie das Rosa de Raval zählt die Location aber zu den recht angesagten Läden – daher kann es hier mitunter mal recht voll sein. Zudem lässt es sich auch im Caravelle und Colectivo frühstücken.

Für mehr Infos klickt einfach auf die Restaurant-Namen im Text. Hab sie alle für Euch verlinkt!

Kerameikos in Athen

Wer mich kennt, weiß es: Athen zählt zu meinen absoluten Lieblingsmetropolen in Europa. Für viele ist die Stadt nur ein gigantisches Häusermeer voll Hitze und schlechter Luft. Dieses Image wird Athen jedoch null gerecht! Nicht zuletzt aufgrund der Krise geht insbesondere unter jungen Leuten ein kreativer Spirit à la Berlin um. Im Gegensatz zu Kreuzberg und Co. gibt es hier allerdings noch sommerliches Wetter on top. Mein letzter Athentrip führte mich ins Viertel Kerameikos, das sich nördlich an die gleichnamige Metro-Station anschließt.

Hier wimmelt es von Kneipen, Bars und Restaurants. Rund um die Station, genauer gesagt in Gazi, könnt Ihr futtern, was das Zeug hält. Diesen Teil der Gegend halten viele jedoch schon wieder für „durch“. Weiter Richtung Metaxourgiou entstehen derzeit deutlich alternativere Locations – so improvisiert wie man sich das für eine Subkultur vorstellt. Junge Leute stehen im Souvlaki-Imbiss„Elvis“ für den Kultsnack an oder trinken ein Glas Alpha-Bier zu Jazz im angrenzenden Kerameio. Und für welchen Style die nahegelegene Kreuzberg Bar steht, ergibt sich eigentlich bereits aus dem Namen. Ebenfalls cool: Die Carousel Bar, wo man in einer Art Nachtbiergarten auf Strohballen sitzt.

Für einen Drink empfehle ich zum Beispiel auch einen Mojito auf der Roof Top Bar White Noise. Von dort aus sind es auch nur wenige Schritte in die Open-Air-Locations Almaz oder LiarMan. Beide verfügen über Bars in begrünten Hinterhöfen mit stylisch-bunten Wodka-Bars. Griechisch/türkisch angehaucht und recht angesagt ist die nahe Micraasia Bar samt Restaurant, Bar und Dachterrasse.

Wenn Ihr nach Athen kommt, verpasst also auf keinen Fall das Nachtleben in dieser Gegend. Athen ist seit einiger Zeit endlich auch bei Google Street View erfasst. Griechenland hatte sich recht lange gegen die Foto-Erfassung der Straßen gesträubt. Umso besser könnt Ihr jetzt bereits vor Eurer Reise die Region rund um Gazi/Kerameikos erkunden. Startet einfach beim Punkt unten auf der Karte und arbeitet Euch nordostwärts vor. Viele Kneipen und Lokale sind mit hervorragenden Fotos virtuell erfasst. Mit ein paar Blicken vorab könnt Ihr Euch somit perfekt auf eine Nacht in Athen vorbereiten!

Cours Julien in Marseille

Unter den Metropolen Frankreichs nimmt Marseille für mich eine ganz besondere Rolle ein. Die Stadt gilt also rauh, ist aber ebenso spannend, multikulti und dynamisch. Nicht erst seit dem Kulturjahr 2013 wird Marseille auch für die Franzosen zunehmend zur Alternative für Paris. Die Mieten dort haben sich in den letzten Jahren derartig in die Höhe geschraubt, dass es insbesondere die Jungen und Kreativen in andere Städte zieht. Neben Bordeaux, Lyon und Toulouse profitiert davon eindeutig auch Marseille. Immer mehr Hipster, aber auch junge Familien suchen ihr Glück im Süden. Die Vorteile liegen auf der Hand. Eine Wohnung mitten im Zentrum kostet in Marseille soviel wie ein kleines Zimmer in der Hauptstadt. Obendrauf gibt es noch eine kräftige Portion schönes Wetter und die grandiose Küste entlang der sogenannten Calanques – nur einen Steinwurf vom Zentrum entfernt.

Junge Leute bringen natürlich auch ein Faible für gutes Essen mit – und das wird in Marseille vielerorts absolut befriedigt. Mein liebstes Viertel ist die Gegend rund um den Cours Julien. Hier gibt es nicht nur eine ganze Menge Bars und Cafés, sondern auch Restaurants nahezu jeglicher Couleur – darunter natürlich provençalisch, aber ebenso italienisch, libanesisch und marokkanisch. Gerade Letzteres findet man hierzulande ja überaus schwer. Auch Burger und Raclette werden rund um den Cours Julien angeboten. Ich habe mich für orientalisches Essen entschieden und mir bei Dar Nejma eine leckere Tajine gegönnt – in diesem Lehmgefäß werden Huhn, Lamm oder Rind butterweich gegart. Dazu gibt es meist süße Beilagen wie Mandeln oder Pflaumen. Einfach grandios.

Wer Exotisches Essen mag, wird in Marseille prinzipiell fündig. Mehr als die Hälfte der Einwohner verfügt über einen Migrationshintergrund – meist aus den Ländern des Maghreb, also Algerien, Marokko oder Tunesien. Ebenso kommen viele Leute aus Schwarzafrika. Das gibt der Stadt eine interessante Würze – auch oder gerade wenn es ums Essen geht. Sehr bunt geht es vor allem im Viertel Noailles zu – dies liegt entlang der Rue d‘Aubagne zwischen dem erwähnten Cours Julien und dem Vieux Port. Dieser alte Hafen wurde im Zuge des Kulturjahres 2013 komplett modernisiert. Natürlich wimmelt es auch hier an Restaurants – die sind aber erwartungsgemäß um einiges touristischer als die in Noailles oder weiter hangaufwärts.

Lecker schlemmen lässt es sich auch entlang der Küste – von der Plage des Catalans südwärts bis zu den Dörfchen entlang der erwähnten Calanques. Mein “Local Expert” brachte mich zu L’Abri Cotié. Neben einem eher schicken Restaurant über dem Strand gibt es hier auch eine Open-Air-Lounge für Cocktails und kleinere Snacks zum Sonnenuntergang. Zur Auswahl stand unter anderem eine Art Korb voller Rohkost wie Karotten, Blumenkohl, Tomaten oder Chicoree. Diese Zutaten werden dann in eine würzig-salzige Soße aus Sardellen getunkt. Klingt erstmal komisch, schmeckt aber super und hat praktisch keine Kalorien. Die haben wir uns nämlich für die anschließende Pizza aufgespart. Die gab es nur wenige Meter vom Strand entfernt in einem kleinen schrulligen Laden. Verspeist haben wir sie stilecht beim Sonnenuntergang an der Anse des Sablettes. Ja ja – so lässt es sich leben!

Cours Julien:

Anse des Sablettes: http://www.abricotie.com/

Da Vinci im Süden Münchens

Eine richtige Reise ist es zwar nicht, aber immerhin ein Ausflug vor die Tore Münchens. Und der lohnt sich! An dieser Stelle möchte ich die Werbetrommel für meinen Bruder rühren, denn der ist seines Zeichens Chefkoch im Restaurant Da Vinci in Höhenkirchen-Siegertsbrunn. Das klingt für uns Münchner zunächst mal nicht gerade um die Ecke, lässt sich aber zum Beispiel hervorragend mit einem Samstagsbesuch bei IKEA im Brunnthal verbinden. Und wie wir wissen, pilgern da regelmäßig Scharen von Großstädtern jedes Wochenende hin.

Das Da Vinci zählte die vergangenen Jahre zu den wenigen Bio-Lokalen im Raum Münchens. Diese strenge Schiene fährt das Restaurant zwar heute nicht mehr, dennoch achtet man auf den Einsatz von regionalen und saisonalen Zutaten und kennt viele der Lieferanten schon Jahre. Die abgeschiedene Lage entpuppt sich angesichts der hohen Fleischqualität womöglich sogar als Vorteil, da man für einen ähnlichen Standard in München meist deutlich tiefer in die Tasche greifen muss.

Auf der Speisekarte des Da Vinci stehen momentan zum Beispiel lokale „Tapas“ – darunter Gockelbrust, Blütenkäse oder Lammbrust. Zum Hauptgang gibt es unter anderem Lachs- oder Schweinerücken-Steaks, aber auch Linguini mit Trüffel oder ganze Dorade. Für die Abwechslung sorgen Themenwochen wie Bella Italia oder WM-Wochen mit Spezialitäten aus dem jeweiligen Spielerland. Selbst einen Kochkurs bietet Da Vinci für Gäste demnächst zum ersten Mal an.

Unterteilt ist das Restaurant in mehrere Bereiche. Neben dem Hauptteil kann man auch im Wintergarten sitzen – der ist zu jeder Jahreszeit schön hell. Bei gutem Wetter öffnet das Team zudem die Außenterrasse.

Dann kann der Hochsommer ja kommen!

http://www.arcone-tec.de/davinci.html

 

Utrechtsestraat in Amsterdam

Normal berichte ich dieser Kategorie ja gerne über kulinarische Viertel in anderen Städten. In Amsterdam muss ich das Ganze ein wenig weiter fassen, weil eigentlich die gesamte holländische Hauptstadt eine Schlemmermeile ist. Die airbnb-Bude für mich und meine Mutter befand sich auf der Utrechtstestraat im südlichen Grachtengürtel um die Altstadt – und diese Location war ganz unbeabsichtigt ein kulinarischer Glücksgriff.

Vor allem für jemanden wie mich, der auf asiatische Küche abfährt . Alleine auf dem Abschnitt zwischen Keizergracht und Prinsengracht gibt es auf engstem Raum satte fünf indonesische Restaurants – mit der bei Touristen und Locals gleichermaßen beliebten Rijstafel. Die kostet zwar gut 30 Euro pro Nase, aber da die meisten von uns mit der indonesischen Küche nicht so wahnsinnig vertraut sind, ist sie ideal zum Durchprobieren. Meine Mom und ich haben uns für das Restaurant mit dem bizarren Namen Tempo Doeloe entschieden. Mit auf der bestellten Platte: Curry-Rind, heißer Salat mit Kokosraspeln, Saté-Spießchen, scharfe Schrimps sowie Kracker aus Reis und Krabben. Für die Nachspeise war anschließend beim besten Willen kein Platz mehr. Auch die zwei Sorten Reis zu den tapasähnlichen Pröbchen musste ich aus „Platzmangel“ überwiegend verschmähen. Nicht verzichten wollten wir allerdings beide auf den anschließenden Verdauungslikör, der hier traditionell aufs Haus geht: Saya – ein Gebräu, das nach Lebkuchen-Gewürz schmeckt und Zutaten wie Muskatnuss, Ingwer, Vanille und Kardamom enthält.

Wenn Ihr auf der Utrechtsestraat Richtung Norden oder Süden geht, findet Ihr übrigens eine ganze Ladung weiterer Locations für jeden Geschmack – mexikanisch, argentinisch, thailändisch, italienisch, veggie und sogar tibetanisch. Auch Frühstückscafés gibt es auf der Meile bis zum Umfallen – zu empfehlen: Klaver 4, Brug 34 oder Toon, wo man traditionelle Pannekoeken unter einem alten Fiat 500 speisen kann.

Eher überbewertet fand ich übrigens das Viertel De Pijp rund um den Sarphatipark weiter südlich – in der Nähe der Heineken Brauerei. Die Restaurants hier können bei Weitem nicht mit denen näher am Zentrum mithalten, sind aber um einiges günstiger. Und zwischendrin finden sich schon auch ganz nette Läden – in Amsterdam wird man ja eigentlich immer satt. Wenn Ihr nur was auf die Hand sucht, stattet dem Albert Cruyp Markt auf der gleichnamigen Straße einen Besuch ab und gönnt Euch wie wir nen frischen Smoothie oder eine Fischsemmel! Ein bisschen enttäuscht war ich von den überteuerten Torten im nahegelegenen Kultcafé De Tart van m‘n Tante in der Ferdinand Bolstraat. Da kann man in den erwähnten Frühstückscafés leckerer und günstiger essen – auch wenn man auf Süßkram steht. Eine Sehenswürdigkeit für sich ist der Laden allemal – schon alleine wegen der bunten, kitschigen Einrichtung – und nicht zu vergessen wegen des ausgestopften Wellensittichs auf einer der Ausstellungstorten… Eet smakelijk!

San Lorenzo in Rom

Bereits zwei Mal hatte ich versucht, der italienischen Gastro-Seele in der Vergangenheit auf den Grund zu gehen. Richtig gelungen ist es mir nicht. Denn auch im angeblich angesagten Trastevere zieren TripAdvisor-Sticker die Türen und fünfsprachige Speisekarten locken die Gäste aus aller Herren Länder. Irgendwer gab mir schließlich den Tipp, mal in San Lorenzo nach den sprichwörtlichen Trüffeln zu suchen. Und in der Tat – da wurde ich fündig.

Das Viertel befindet sich irgendwo hinter dem Hauptbahnhof – eingezwängt zwischen Bahngleisen, Friedhof und Unigebäuden aus den Sechzigern – kann also nicht mehr dem Prunk von Monti und anderen Vorzeige-Vierteln mithalten. Dafür zieht es aber auch nahezu ausschließlich Einheimische – insbesondere Studenten, Künstler und andere Alternative an. Bars, Trattorien, kleine Pizzerien und viele, viele Wand-Graffitis liefern alles, was so ein römisches In-Viertel braucht. Tagsüber geht es gemächlich zu. Kaffeetrinken könnt Ihr zum Beispiel in der Bar dei Brutti oder in der Streat Bar.  Abends geht es dann so richtig ab, denn dann sind die Straßen voll von jungen Leuten, die ihr Bierchen selbst im Winter lieber im Freien als am Tresen trinken. Einen Wermutstropfen gab es für mich allerdings, denn mit 34 zähle ich hier komplett zum alten Eisen.

Dazu kommt noch, dass Rom nun mal nicht Kreuzberg ist. Während die deutsche Hauptstadt das Alleinsein und die Individualität zelebriert, wurden italienische Städte nun einmal einfach für Gruppen oder Familien gemacht. Das gilt auch oder vielleicht besonders für San Lorenzo – deswegen schmeckt mir die eigentlich recht feine Pizza im Sanlollo auch nur halb so gut. Aber hey – mit der passenden Begleitung von Freunden oder dem Partner ist San Lorenzo genau die Art von Italien, die ich cool finde. Lust bekommen? Dann startet am besten in der Via dei Sabelli, von dort aus ist die Orientierung kinderleicht…Wer nicht unbedingt was Italienisches essen möchte, kann sich zum Beispiel einen Burger bei Ferrovecchio gönnen. Literatenfeeling zum Espresso gibt es dagegen im libreria caffé giufà.

 

Cihangir in Istanbul

Die größte Stadt der Türkei steht schon lange nicht mehr nur für Dürüm und Lamm-Spieß. Vor allem auf der moderneren Seite der Stadt (Beyoglu) südlich des berühmt-berüchtigten Taksim-Square haben junge Leute ganze Straßenzüge in Café- und Restaurant-Meilen verwandelt. Neben Karaköy, dem Viertel, das unmittelbar an das nördliche Ende der bekannten Galata-Brücke grenzt, hat sich vor allem Cihangir einen Namen gemacht. Bester Punkt für den Start eines Bummels ist die Ecke der beiden nicht ganz einfach auszusprechenden Straßen Firuzaga Cami Sokuk und Siraselviler Caddesi.

Hier warten gefühlte 20 süße Cafés und Restaurants darauf, entdeckt zu werden. Die Istanbuler haben in den letzten Jahren ihre Leidenschaft für Gastronomie entdeckt, deswegen lohnt es insbesondere am Wochenende, einen Platz in den Restaurants zu reservieren. Diese sind teilweise übrigens nicht unbedingt günstig – eben gerade weil sie auch bei der neuen Oberschicht Istanbuls sehr beliebt sind. Die Cafés präsentieren sich dagegen um einiges entspannter. Überhaupt scheinen Kaffee und Kuchen fester Bestandteil der Stadt geworden zu sein – faszinierend, welch eine Hochkunjunktur Capucchino, Latte Macchiato und Co. in Istanbul haben – das Markenschild des österreichischen Kaffeerösters Julius Meinl ist daher auch allgegenwärtig – insbesondere in Cihangir und Karaköy. Es scheint fast so, als wäre westliche Kaffeehaus-Kultur so etwas wie ein Symbol der modernen Bevölkerung, die – wie wir alle wissen, derzeit so tief gespalten ist wie kaum zuvor. Latte Macchiato als Ausdrucksmöglichkeit für das Lebensgefühl „Go West“? In Istanbul auf alle Fälle…

Tipps für Tel Aviv

Tel Aviv ist für mich wie eine Art Berlin am Mittelmeer. Kiezig, retro und jung wie die deutsche Hauptstadt – gleichzeitig sonnig, heiß und genusssüchtig wie Barcelona. Nebenbei ist die Stadt ein wahrer Himmel für alle, die auf gutes Essen stehen. Klar gibt’s an jeder Ecke Falafel und Hummus, aber auch darüber hinaus findet man hier alles, was in irgendeiner Weise den Gaumen anspricht. Hier eine kleine Orientierungshilfe: Tolle Cafés und Restaurants gibt’s zum Beispiel auf der Ben Yehuda Straße – darunter das koschere Restaurant Odelia, das aber nicht unbedingt mega-geschmackvoll daherkommt. Ein paar Straßen weiter befindet sich mit mit dem Thai House ein fantastischer Asiate – im Gegensatz zu der Koscher-Location hat dieses Restaurant auch am Sabbat geöffnet, der übrigens nicht erst am Samstag, sondern bereits am Freitagabend beginnt.

Die besten Sonnenplätze zum Frühstücken findet Ihr auf der Bograshov Straße. Die zeigt nämlich nach Süden und hat daher fast den gesamten Tag gleißend helles Licht zu bieten. Nicht weit von hier befindet sich mit der Bavarian Brasserie (Frishman Straße) sogar ein deutsches Restaurant mit Schnitzel und Co., was unter mediterraner Sonne etwas komisch anmutet, aber bei den Locals super ankommt.
Bei meinem Silvester-Trip nach Tel Aviv habe ich im Jemeniter-Viertel gewohnt – im Original auch Kerem HaTeimanim genannt. Hier gibt’s ein paar echt bodenständige, einfache Lokale. Die Plastik-Stühle kommen zwar nicht sonderlich stylisch rüber, dafür ist das Essen hier richtig billig. Am besten läuft man von der Allenby Straße Richtung Strand, dann kann man die Gegend nicht verfehlen. Am Eingang des nahen Carmel Markets befinden sich auch ein paar coole Läden, die bei den Hipsters von Tel Aviv recht beliebt sind, einige Tipps mit Verlinkung: The Bun, 26 Gedera oder Pappa’s für vergleichsweise günstige Pasta. Burger sind derzeit echt angesagt – leckere Exemplare gibt’s in der Burgerranch.
Weitere Gemeinsamkeit mit Berlin: Veganes Essen liegt in Tel Aviv voll im Trend. Die entsprechenden Restaurants sind meist mit einem Vegan-Sticker gekennzeichnet. Ein cooler Retro-Laden namens Zakaim befindet sich zum Beispiel in der Straße mit dem komplizierten Namen Simtat Beit Hashoeva an der Ecke Allenby Street. Vegan kann auch upscale…Zum Beispiel im schicken Neve Tsedek südlich des berühmten Rothschild Boulevards. Dort gibt’s aber noch eine Reihe anderer Feinschmecker-Tempel. Guter Anlaufpunkt ist die Shabazi Street. Ein weiterer Hotspot für gute Küche befindet sich im Araber-Viertel Jaffa ganz im Süden von Tel Aviv. Hier ist die Straße Olei Zion mit all den Antiquitäten-Stores ein idealer Ort, um sich auf die Suche nach Leckerbissen zu begeben. Last but not least entwickelt sich das Viertel Florentin zum momentanen In-Quartier. Hier findet Ihr eine Hand voll cooler Restaurants nahe der Florentin- Ecke Vital Street.
Ich könnte hier noch eeeewig weiterschreiben. Glückerweise ist gutes Essen in Tel Aviv aber ebenso leicht zu finden wie ein sonniges Plätzchen am Strand oder hübsche, junge Menschen!:-)
Letzter Tipp: die Strand-Restaurants „im Sand“ kann man sich eher sparen. Da wartet man meist ewig und wird recht unfreundlich behandelt…

Barceloneta in Barcelona

“Klein Barcelona” heißt das Viertel Barceloneta der katalanischen Metropole frei übersetzt. In der Tat wirkt diese Gegend zwischen Strand und Hafen wie eine Miniatur-Version der Mittelmeerstadt. Einst galt Barceloneta als anrüchiges Viertel von Fischern und Prostituierten, heute öffnet sich die Gegend Schritt für Schritt und mausert sich zunehmend zum angesagten Viertel. Gleichzeitig hat sich die Gegend aber etwas sympathisch Morbides erhalten und die Gentrifizierung hält nur gemächlich Einzug. Alte Frauen plauschen beim morgendlichen Einkauf, betagte Herren trinken den Café con Leche am Tresen ihrer Stammbar. Die meisten Touristen begegnen Barceloneta nur, wenn sie im Sommer scharenweise von der Metro-Station Richtung Strand pilgern. Doch wer einmal in die Seitenstraßen abbiegt, findet eine Fülle an interessanten Orten und entdeckt unter anderem, dass die spanische Küche mehr zu bieten hat als Paella und Kroketten.

Die besten Backwaren weit und breit bekommt man bei Forn de Baluard an der Plaça del Poeta Boscà. Einheimische kommen täglich aus allen Winkeln der Stadt, um hier einzukaufen. In der angrenzenden Markthallte lässt sich zudem mediterrane Lebensart  schnuppern. Hier kaufen die alteingesessenen Bewohner Barcelonetas Fisch, Gemüse und Obst ein. Wer die Atmosphäre aufsaugen möchte, setzt sich am besten an den Tresen der hiesigen Bar und schlürft mit den Einheimischen einen Cortado. Wichtig: Die Markthalle hat ausschließlich am Vormittag geöffnet.

Nur ein bis zwei Straßen weiter wartet das katalanische Tapas-Restaurant L’Òstia Taverna Gastronómica auf Gäste. Die Einrichtung zeigt sich modern und schick, das Essen traditionell – aber zeitgemäß präsentiert. Beim Bestreichen des beliebten Pan con Tomate hilft gern mal die freundliche Großmutter aus.

Auch wenn es keine spanischen Gerichte gibt: Ein italienischer Import, den man besuchen sollte, ist das kleine Restaurant La Casita in der Carrer de l’Atlàntida – hier serviert ein ebenso hektischer wie herzlicher Koch saftig belegte Pizza im Rechteck-Format. Die Wartezeit kann unter Umständen recht lang ausfallen, doch es lohnt sich auszuharren!

An der Ecke Carrer Guítert und Carrer Sant Carles dagegen wartet ein kleines, aber feines Tapas-Restaurant mit dem Namen El Ben Plantat auf Gäste. Das Besondere: Das Gastgeberpärchen dieses Lokals bietet – ungewöhnlich für die spanische Gastronomie – auch eine Menge Gerichte für Vegetarier an. Im nördlichen Teil Barcelonetas hat sich dagegen eine Reihe schickerer Restaurants angesiedelt, die sich auch oder gerade im Winter für ein Abendessen anbieten, das, wie überall in Spanien, in der Regel jedoch nicht vor 22 Uhr eingenommen wird.

Zu den schönsten Restaurants zählen Segons Mercat in der Carrer Balboa, El Nou Ramonet in der Carbonell sowie El Xiringo. Alle drei verbinden gekonnt die traditionellen Elemente der katalanischen Küche mit einem modernen Anstrich. Frischer Fisch und gute Weine gehören zum Grundinventar. Wer nach soviel spanischer Küche mal einen Burger braucht, findet den bei BRO Burger. Dieser recht sympathische Hipster-Laden verlangt aber für einen Cheeseburger ohne Pommes schon über 7 Euro.

Und wer nach so vielen Schlemmereien einen starken Digestiv benötigt, sollte ein paar Straßen weiter ziehen Richtung Carrer Sant Carles, denn dort befindet sich die bei Studenten überaus angesagte Absenta Bar. Wie der Name schon vermuten lässt, gibt es hier stolze 20 Sorten des hochprozentigen Getränks. Nach einem üppigen Drei-Gang-Menü ist ein Absinth aber vielleicht genau das Richtige! Nicht zuletzt haben sich auch die Strandbars richtig gemausert und sind bei Weitem nicht so touristisch wie man meinen könnte. Auch die eignen sich super für einen Absacker und sind um einiges netter als die neuen Lokale Wokiwok und La Barraca, die nahe Strand aufgemacht haben. Die kommen zwar optisch echt cool daher, rücken aber selbst dann keinen Tisch für einen Drink raus, wenn der Laden praktisch komplett leer ist. Vergebens warteten wir auch auf einen Außentisch bei Santa Marta – das kann ich ebenfalls weniger empfehlen.